Squared, Aktie

Z Squared Aktie: Strom statt Chips

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Z Squared fokussiert sich auf Energiezugang statt Chips und übernimmt Paradox Data. Die Strategie zielt auf 100 Megawatt KI-Kapazität ohne neue Schulden.

Z Squared wandelt sich vom Krypto-Miner zum KI-Stromlieferanten
Moderne industrielle Stromumspannanlage mit Transformatoren und Stromleitungen unter blauem Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Z Squared krempelt sein Geschäftsmodell um. Aus dem Krypto-Miner wird ein Infrastruktur-Anbieter für KI-Rechenzentren — und die Strategie dahinter klingt bemerkenswert nüchtern für eine Branche, die sonst gerne mit Superlativen um sich wirft.

CEO David Halabu brachte die These in einem Aktionärsbrief auf den Punkt: Nicht Chips seien der Flaschenhals der KI-Branche, sondern Strom. Neue Netzanschlüsse dauern in weiten Teilen der USA inzwischen drei bis fünf Jahre. Wer schon heute Zugriff auf Energie hat, sitzt auf einem knappen Gut.

Der Deal mit Paradox Data

Genau hier setzt Z Squared an. Am 31. Juli unterzeichnete das Unternehmen eine definitive Vereinbarung zur Übernahme von Paradox Data samt dessen Union-County-Standort in El Dorado, Arkansas. Die Anlage liefert aktuell rund 8 Megawatt Energie, ein Netzanschluss für 50 Megawatt ist angepeilt, langfristig sollen bis zu 150 Megawatt Leistung aus einer Kombination von Netzstrom und eigener Erzeugung möglich sein.

Bezahlt wird komplett in Aktien: 5 Millionen Dollar in Vorzugsaktien der Serie A bei Vertragsschluss, weitere bis zu 20 Millionen Dollar nur bei Erreichen definierter Leistungsmeilensteine. Kein Cash fließt ab, keine neuen Schulden entstehen. Das Kalkül dahinter: Der Verkäufer soll am Erfolg des künftigen Standorts beteiligt bleiben, statt einfach zu kassieren und zu verschwinden.

Das Phase-1-Ziel lautet 100 Megawatt KI-taugliche Kapazität über mehrere US-Standorte verteilt. Halabu selbst dämpft die Erwartungen: Das sei ein Zielwert, keine Zusage — abhängig von Netzanschluss-Warteschlangen, Genehmigungen und verfügbarem Kapital.

Bilanz ohne Schulden

Zum 30. Juni verfügte Z Squared über 15,5 Millionen Dollar Cash und 13,5 Millionen Dollar Working Capital, bei null Verbindlichkeiten. Im zweiten Quartal kamen über eine Aktienplatzierung weitere 15,4 Millionen Dollar an Bruttoerlösen hinzu — die entsprechende Fazilität ist inzwischen ausgeschöpft und beendet.

Bemerkenswert: Im Juli kündigte das Unternehmen sowohl eine Aktienverkaufsvereinbarung über 300 Millionen Dollar als auch eine separate Terminkaufvereinbarung, ohne jemals Aktien darüber ausgegeben oder Strafzahlungen geleistet zu haben. Ein Signal gegen Verwässerungsängste, das Halabu im Brief explizit ansprach — er wisse, dass Dilution die erste Sorge vieler Aktionäre bei jeder neuen Standortmeldung sei.

Z Squared wurde in diesem Jahr in den Russell 2000 und Russell 3000 aufgenommen, der Handelsstart unter dem Kürzel ZSQR erfolgte im April 2026.

Vier Messgrößen nennt das Management selbst als Gradmesser für die kommenden Quartale: der Abschluss der Paradox-Übernahme, der erste zahlende Mieter für die Kapazität, ein Anstieg der aktuell rund 8 Megawatt in Union County sowie weiterer Standortzuwachs ohne neue Schulden. An diesen vier Punkten will sich das Unternehmen messen lassen — und Halabu kündigte an, in den kommenden Quartalsbriefen offen zu berichten, wenn sich daran nichts bewegt.

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