Yirendai Aktie: Verlust schrumpft, Cash auch
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Yiren Digital hat heute seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Der Nettoverlust ging gegenüber dem Vorquartal zurück, die Kreditqualität bessert sich. Dem stehen ein weiter einbrechendes Kerngeschäft und ein deutlich geschrumpfter Kassenbestand gegenüber.
Weniger Geschäft, bessere Qualität
Der Umsatz lag bei 131,2 Millionen Dollar, rund 46 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 66,3 Millionen Dollar, je ADS sind das 0,75 Dollar Verlust. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Gewinn erzielt. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 schrumpfte der Verlust um 9 Prozent.
Hauptgrund für den Rückgang ist die neue Regulierung der Online-Kreditvermittlung in China. Niedrigere Kostenobergrenzen für Kreditnehmer und strengere Vorgaben für Finanzierungspartner haben das Volumen gedrückt. Das vermittelte Kreditvolumen fiel im Jahresvergleich um 69 Prozent. Yiren konzentriert sich deshalb auf Stammkunden, deren Anteil auf 82 Prozent stieg.
Die Kreditqualität zeigt Fortschritte. Die Ausfallraten bei 31 bis 60 Tagen Verzug sanken auf 2,0 Prozent, bei 61 bis 90 Tagen auf 2,4 Prozent. Drei Monate zuvor lagen sie bei 2,7 und 3,2 Prozent.
Belastungen in der Bilanz
Die Risikovorsorge für Forderungen sprang auf rund 74 Millionen Dollar, nach gut 26 Millionen im Vorquartal. Dahinter steht vor allem eine Wertberichtigung auf Kredite an nahestehende Parteien. Dafür sanken die Rückstellungen für Garantieverpflichtungen um 63 Prozent.
Der operative Cashflow war mit minus 151,7 Millionen Dollar deutlich negativer als zuvor. Die liquiden Mittel fielen binnen eines Quartals von rund 362 auf 250 Millionen Dollar.
Zudem hat Yiren 213,7 Millionen Dollar als Anzahlung für eine geplante Übernahme bei einem Unternehmen unter gemeinsamer Kontrolle geleistet. Wegen Unsicherheit über den Abschluss wurde der Betrag im Eigenkapital verbucht. Das Unternehmen peilt den Abschluss für 2026 an, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung.
Versicherung wächst, Aktie zieht an
Im Versicherungsgeschäft legte die Zahl der Kunden im Jahresvergleich um 281 Prozent auf gut 452.000 zu. Der Umsatz des Segments stieg um 16 Prozent, fiel aber gegenüber dem Vorquartal um 23 Prozent. Es bleibt mit knapp 10 Millionen Dollar klein gegenüber dem Kreditgeschäft.
Die Aktie legte vorbörslich um gut 6 Prozent auf 1,06 Dollar zu und notiert damit weiter nahe ihrem Jahrestief und weit unter dem Hoch von 6,79 Dollar. Das Management setzt auf KI, um Kosten zu senken. Das im Juli genehmigte Rückkaufprogramm über bis zu 20 Millionen Dollar läuft zwölf Monate. Zeitpunkt und Umfang der Käufe hängen von den Marktbedingungen ab. Der Vorstand prüft zudem Dividendenzahlungen, konkrete Beschlüsse gibt es dazu nicht.
Ob die Übernahme 2026 genehmigt wird, dürfte der nächste harte Test für die Bilanz werden.
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