Xtrackers AI & Big Data ETF: Amazon plus 10 Prozent
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 17:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon steigt vorbörslich um 10 Prozent. Apple fällt um 7 Prozent. Zwei Tech-Giganten, zwei entgegengesetzte Reaktionen auf ihre Quartalszahlen – und mittendrin ein ETF, der von beiden Seiten profitiert.
Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF 1C klettert am Freitag um 2,60 Prozent auf 195,20 Euro. Damit setzt sich eine Erholung fort, die mit Microsofts starken Quartalszahlen begonnen hat. Der Fonds bündelt Cloud-Anbieter, Chiphersteller und Datenzentren-Betreiber – ein breites Abbild der KI-Branche, das aktuell von widersprüchlichen Einzelsignalen lebt.
Hyperscaler treiben die Stimmung
Microsoft hatte am Donnerstag mit einem Kurssprung von 15 Prozent vorgelegt. Amazon und Apple folgten mit eigenen Zahlen – und lieferten gegensätzliche Reaktionen. Amazon überzeugte mit besser als erwarteten Ergebnissen und einem wachsenden Chip-Geschäft. Apple enttäuschte bei Diensteumsätzen und im China-Geschäft.
Die Differenz zwischen beiden Unternehmen zeigt einen Wandel in der Investorenwahrnehmung. Die vier großen Hyperscaler kündigten für 2026 gemeinsame Investitionen zwischen 720 und 745 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur an. Anleger wollten in dieser Berichtssaison sehen, ob diese Summen tatsächlich Wachstum erzeugen – und nicht nur die Kosten aufblähen. Microsoft lieferte darauf laut einem bei Investing.com zitierten Investmentchef von Pave Finance die überzeugendste Antwort.
Asiens Börsen ziehen kräftig mit
Der Schwung sprang über den Pazifik. Asiatische Aktien verzeichneten ihren stärksten Tagesgewinn seit fast vier Monaten, angetrieben von Chipherstellern. Südkoreas Kospi legte zeitweise 17 Prozent zu, getragen von Samsung Electronics und SK Hynix. Taiwanesische Aktien gewannen mehr als 7 Prozent.
Diese Rally aus Asien wirkte direkt auf die US-Futures am Freitagmorgen. Der Nasdaq-100 zog um 1,2 Prozent an, nachdem der Kospi über Nacht kurzzeitig 14 Prozent gesprungen war und Handelsunterbrechungen ausgelöst hatte.
Der Donnerstag als Wendepunkt
Der eigentliche Auslöser der Bewegung lag bereits am Donnerstag. Der S&P 500 erholte sich um 1,7 Prozent und glich damit den Vortagesverlust vollständig aus. Der Dow Jones gewann 613 Punkte, der Nasdaq Composite sprang um 2,8 Prozent – einen Tag, nachdem er noch 9,8 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Vormonat gelegen hatte.
Halbleiterwerte profitierten besonders stark. Micron Technology schoss um 18,4 Prozent nach oben, Lam Research um 18 Prozent nach überraschend starken Zahlen. Advanced Micro Devices legte 13 Prozent zu. Ein Teil der Erleichterung könnte laut Marktbeobachtern auch daher rühren, dass die Auflösung einer großen konzentrierten Position beim Hedgefonds Situational Awareness abgeschlossen scheint – Sandisk-Aktien sprangen in diesem Umfeld um mehr als 25 Prozent.
Was das für den Index bedeutet
Für den breit gestreuten ETF ergibt sich aus den gegensätzlichen Reaktionen von Amazon, Apple, Microsoft und Meta ein gemischtes, aber in der Summe positives Bild. Auf Sicht von 30 Tagen steht der Fonds noch mit 6,02 Prozent im Minus – Nachwirkung der scharfen Korrektur vor der aktuellen Erholung. Seit Jahresbeginn liegt das Plus dagegen bei 25,51 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 222,05 Euro aus dem Juni bleibt der Fonds noch 12,09 Prozent entfernt. Der RSI von 47 signalisiert weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation. Das lässt Raum für weitere Bewegung, sollten die Investitionspläne der Hyperscaler die Anleger auch in den kommenden Wochen davon überzeugen, dass KI-Ausgaben tatsächlich in Umsatzwachstum münden.
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