XRP, Kreditfunktionen

XRP: Kreditfunktionen noch nicht bestätigt

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Netzwerkänderung könnte am 23. Oktober aktiviert werden; Kredit-Erweiterungen verfehlen bislang die nötige Zustimmung.
Ein moderner Konferenzraum mit einem polierten Holztisch in einem Bürogebäude bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Beim XRP Ledger zeichnet sich der nächste technische Schritt ab, ein breiterer Ausbau der Kreditfunktionen ist damit aber nicht bestätigt.

Die gesonderten Änderungen LendingProtocol und SingleAssetVault liegen dagegen weiterhin unter ihren Abstimmungsschwellen. Für XRP-Anleger ist deshalb entscheidend, zwischen technischen Änderungen und zusätzlichen Anwendungsmöglichkeiten zu unterscheiden.

Zustimmung ist noch keine Aktivierung

Vor einer Aktivierung muss die Unterstützung allerdings über den vorgeschriebenen Zeitraum von zwei Wochen bestehen bleiben.

Die Abstimmung ist somit ein Zwischenschritt, keine bereits abgeschlossene Umstellung des Netzwerks. Auch die Fortschritte bei dieser Änderung erlauben keinen Rückschluss darauf, wann die getrennt behandelten Kreditfunktionen verfügbar werden.

Als voraussichtlicher Aktivierungstermin wird der 23. Oktober genannt. Bestätigt ist die Umsetzung bislang nicht.

Bereits abgeschlossen ist dagegen eine andere technische Maßnahme: Laut dem Sicherheitsbericht des XRP Ledger wurde fixBatchV1_2 am 9. Oktober im Hauptnetz aktiviert. Die Änderung adressiert eine offengelegte Schwachstelle bei der Validierung innerer Batch-Transaktionen.

Der Bericht nennt außerdem einen behobenen XRP-Überlauffehler. Ältere Server müssen demnach auf xrpld 3.4.1 oder neuer aktualisiert werden, um synchron zu bleiben. Diese Sicherheitsarbeiten sind von den noch nicht ausreichend unterstützten Erweiterungen zu trennen.

Partnerschaften ersetzen keine Protokollfreigabe

Parallel entwickelt sich die Infrastruktur für Anwendungen auf dem XRP Ledger weiter. Ripple und die zu Stripe gehörende Privy vereinbarten am Mittwoch die Unterstützung entsprechender Wallets in Privys Entwicklerangebot. Damit sollen Entwickler Wallets unmittelbar in Zahlungsanwendungen einbetten können. Unterstützt werden Transaktionen mit XRP, RLUSD und weiteren Vermögenswerten des Netzwerks.

Ebenfalls am Mittwoch kündigten Ripple und DriveWealth eine Zusammenarbeit an. Sie sieht die Integration von Ripples Stablecoin-Infrastruktur einschließlich RLUSD auf dem XRP Ledger für Abwicklungen in Europa vor. Eine Ausweitung auf die USA ist geplant. Zusätzlich integriert DriveWealth Ripple Payments für grenzüberschreitende Finanzierungen.

Diese Vorhaben betreffen konkrete Zugangs- und Zahlungsdienste. Sie sind jedoch weder eine Freigabe der ausstehenden Kreditfunktionen noch ein Beleg dafür, dass jede neue Anwendung unmittelbar XRP benötigt.

Nachfrage bleibt ein eigener Prüfstein

Auch die jüngste Fondsentwicklung mahnt zu dieser Trennung. Medienberichten zufolge verzeichneten US-Spot-ETFs auf XRP in der vergangenen Woche zusammen Nettoabflüsse von 1,84 Millionen Dollar. Damit endete eine Serie von 13 Wochen mit Zuflüssen.

Technischer Fortschritt und institutionelle Nachfrage laufen somit nicht automatisch gleichgerichtet. Der nächste bestätigbare Schritt im Netzwerk bleibt die mögliche Aktivierung der bereits ausreichend unterstützten Änderung. Für einen darüber hinausgehenden Ausbau müssen die getrennten Abstimmungen erst die erforderliche Zustimmung erreichen.

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