XRP, Kurseinbruch

XRP: 500-Millionen-Flash-Crash am 22. August

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Kurseinbruch am 22. August treibt Ripple die technische Infrastruktur voran und baut Partnerschaften in Asien aus. Institutionelle Anleger bleiben engagiert.

XRP nach Flash-Crash: Ripple treibt Ledger-Ausbau und Bankpartnerschaften voran
Ein moderner, dunkel gehaltener Handelsraum mit professioneller Beleuchtung und Fokus auf eine reflektierende Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

XRP kommt nach einer wilden Handelswoche nicht zur Ruhe. Nach dem starken Anstieg seit dem 19. August, ausgelöst durch eine Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent zu erweiterten Anleihe-Rückkäufen und einem Treffen von Ripple-Chef Brad Garlinghouse mit Präsident Trump im Weißen Haus, folgte am 22. August ein heftiger Rückschlag: Ein Flash-Crash löschte binnen Minuten leveraged Long-Positionen im Volumen von rund 500 Millionen Dollar aus. Aktuell notiert XRP bei 1,42 Dollar und legt am heutigen Tag um 2,9 Prozent zu.

Während sich der Kurs von den Extremausschlägen erholt, arbeitet Ripple im Hintergrund weiter an der technischen Infrastruktur des XRP Ledger. Am Mittwoch veröffentlichte das Unternehmen aktualisierte Entwicklerwerkzeuge – die Bibliotheken xrpl.js und xrpl-py wurden für die Version XRPL 3.3.0 überarbeitet, um das Bauen von Anwendungen auf dem Ledger zu vereinfachen. Es ist die konsequente Fortsetzung eines Ausbaus, der bereits Anfang August mit dem Release von XRPL v3.3.0 begonnen hatte.

Fünf neue Funktionen für institutionelle Nutzer

Jenes Update Anfang August brachte fünf neue Amendments, die vor allem auf institutionelle Anwendungsfälle zielen: Confidential MPT ermöglicht private Token-Guthaben, Batch erlaubt die atomare Ausführung mehrerer Transaktionen in einem Schritt, Permission Delegation regelt die sichere Weitergabe von Berechtigungen, Sponsored Fees lässt Unternehmen die Transaktionskosten ihrer Nutzer übernehmen, und Dynamic MPT erlaubt nachträgliche Anpassungen bereits ausgegebener Token.

Die jetzt veröffentlichten Entwicklerbibliotheken sollen diese Funktionen für Programmierer leichter zugänglich machen und dürften die Grundlage für weitere Partnerintegrationen legen.

Diese technische Aufrüstung fällt in eine Phase, in der Ripple sein Netzwerk von Bankpartnerschaften in Asien ausbaut. Erst am 18. August hatte das Unternehmen die Zusammenarbeit mit der südkoreanischen Jeonbuk Bank verkündet, die als erste Regionalbank des Landes Ripple Payments für grenzüberschreitende Überweisungen einsetzt. Es ist bereits die dritte größere Partnerschaft in Korea in diesem Jahr, nach Kooperationen mit dem Lebensversicherer Kyobo Life zur On-Chain-Abwicklung von Staatsanleihen und der Kbank, die über Ripple Custody eine institutionelle Wallet-Infrastruktur nutzt.

Institutionelles Geld fließt weiter

Auch auf der Nachfrageseite zeigt sich anhaltendes Interesse: Spot-XRP-ETFs verzeichneten am Dienstag Zuflüsse von 23,87 Millionen Dollar. Das institutionelle Engagement bleibt damit robust, obwohl der Kurs zuletzt stark schwankte – die 30-Tage-Volatilität liegt bei 74 Prozent annualisiert, ein Wert, der die Nervosität rund um XRP unterstreicht.

Ein regulatorischer Fixpunkt bleibt weiterhin die Abstimmung über den CLARITY Act, für die der Senat eine Verfahrensabstimmung am 15. September angesetzt hat. Die Prognosemarktplattform Polymarket taxiert die Wahrscheinlichkeit, dass der Entwurf noch in diesem Jahr vorankommt, derzeit auf lediglich 15 Prozent.

Parallel dazu setzte Ripple sein reguläres Escrow-Programm fort: Am 1. August wurden eine Milliarde XRP freigegeben, wovon 700 Millionen sofort wieder eingesperrt wurden – ein Vorgang, der die effektive Erhöhung des Angebots auf 300 Millionen Token begrenzte und damit deutlich unter früheren Freigaben liegt.

Für Anleger zeichnet sich ein Bild ab, in dem technische Weiterentwicklung, institutionelle Partnerschaften und regulatorische Unsicherheit gleichzeitig auf den Kurs einwirken – während kurzfristige Kursausschläge wie der Flash-Crash vom 22. August zeigen, wie fragil die aktuelle Rally trotz starker fundamentaler Nachrichtenlage bleibt.

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