XPeng Aktie: Robotik-Runde über 900 Millionen Dollar
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 11:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Es gibt diese Momente in der Autoindustrie, in denen zwei Wahrheiten gleichzeitig gelten: Das Kerngeschäft enttäuscht, während am Rand des Unternehmens etwas heranwächst, das größer werden könnte als das Geschäft selbst. Bei XPeng lässt sich das gerade wie im Lehrbuch besichtigen.
Am Montag legte der chinesische Elektroautobauer Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, und sie fielen schwächer aus als erhofft. Der Umsatz stieg zwar um 8 Prozent im Jahresvergleich und sogar um 51,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 19,74 Milliarden Yuan – blieb damit aber unter den Erwartungen der Analysten.
Unterm Strich stand laut Reuters ein Nettoverlust von 1,34 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge erreichte immerhin 20,7 Prozent, ein Wert, der zeigt, dass XPeng inzwischen profitabler produziert als noch vor Jahren. Ein Viertel des Umsatzes im ersten Halbjahr kam bereits aus dem Ausland.
Der eigentliche Schock folgte mit dem Ausblick. XPeng stellte für das dritte Quartal Auslieferungen von 115.000 bis 121.000 Fahrzeugen in Aussicht, bei einem Umsatz zwischen 21,7 und 23,4 Milliarden Yuan – deutlich unter dem, was Wall-Street-Analysten kalkuliert hatten.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktien fielen laut Reuters bereits im vorbörslichen US-Handel, und CNBC berichtete, das Papier habe in Hongkong am Dienstag über 9 Prozent verloren. Barclays reagierte am selben Tag mit einer Kürzung des Kursziels und begründete den Schritt mit dem schwächeren Wachstumsausblick bei den Auslieferungen.
Wenn Software zum eigentlichen Produkt wird
Was diesen Fall interessant macht, ist nicht der Kurssturz selbst – Kursstürze gehören zum China-EV-Sektor wie das Wetter zum Alltag. Interessant ist die Gleichzeitigkeit.
Während das Kerngeschäft mit Fahrzeugen an Fahrt verliert, meldete XPeng, dass seine Robotik-Sparte in ihrer ersten Finanzierungsrunde mehr als 900 Millionen Dollar eingesammelt hat, angeführt von IDG Capital, mit Beteiligung von Tencent und Alibaba.
Die Bewertung dieser Einheit liegt bei über 6,3 Milliarden Dollar. Das ist mehr als flankierendes Beiwerk – es ist ein Fingerzeig darauf, wohin die chinesische Tech- und Autoindustrie ihre Wetten verlagert: weg vom reinen Blechbiegen, hin zu Software, Autonomie und humanoiden Systemen.
Für Anfang März hat XPeng den Rollout seiner VLA-2.0-Software angekündigt, ein Update, das laut Berichten Teil der Roadmap für autonomes Fahren ist. Genau hier liegt die eigentliche Wette der Investoren, die dem Unternehmen trotz enttäuschender Quartalszahlen die Treue halten: Wird XPeng am Ende eher als Softwareunternehmen mit Fahrzeugflotte bewertet als als klassischer Autobauer?
Der Kurs spiegelt die Nervosität
Die Marktdaten zeigen, wie sehr diese Nervosität bereits eingepreist ist. Der Schlusskurs von 9,76 Euro liegt nur noch 3,6 Prozent über dem 52-Wochen-Tief, während das Papier zum Zwölfmonatshoch von 24,40 Euro inzwischen 60 Prozent Abstand aufweist.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 46 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sind es 48 Prozent. Der RSI von 38,7 signalisiert, dass die Aktie technisch eher überverkauft als überkauft ist – ein Hinweis auf die Erschöpfung der Verkaufswelle, keine Kaufempfehlung.
Man kann diese Zahlen als reines Alarmsignal lesen. Man kann sie aber auch als Symptom eines Strukturwandels verstehen, der gerade durch die gesamte chinesische Elektroautobranche läuft: Die Margen im Fahrzeuggeschäft schrumpfen unter dem Preisdruck der Konkurrenz, während die eigentliche Substanz zunehmend in Software, Autonomie-Technologie und Robotik entsteht. Ob XPeng diesen Spagat schafft, bevor der Kapitalmarkt die Geduld verliert, ist die Frage, die den Rest des Jahres bestimmen dürfte.
XPeng-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue XPeng-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten XPeng-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XPeng-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
XPeng: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
