XPeng, Aktie

XPeng Aktie: Q3-Ausblick 15 Prozent unter Erwartung

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 04:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

XPeng verfehlt Umsatzerwartungen und senkt Prognose, während die Robotik-Tochter Dogotix 900 Mio. US-Dollar einsammelt. Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen.

XPeng: Milliarden-Finanzierung für Robotik-Tochter Dogotix, doch Autogeschäft schwächelt
Moderne Ladestation für Elektrofahrzeuge in einer düsteren, atmosphärisch beleuchteten Parkgarage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Umsatzminus gegenüber den Erwartungen, ein deutlich schwächerer Ausblick, dazu ein Kursrutsch von 8,5 Prozent gestern auf 9,55 Euro – und mittendrin eine Kapitalspritze von über 900 Millionen US-Dollar für die Robotik-Tochter.

Für mich zeigt dieser Dienstag exemplarisch, wie zerrissen die XPeng-Geschichte derzeit ist. Wer nur auf die Schlagzeile "Milliarden für Robotik" schaut, verpasst das eigentliche Problem: Das Kerngeschäft mit Elektroautos verliert an Fahrt.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Am Montag legte XPeng seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg zwar um 8,0 Prozent auf 19,74 Milliarden Yuan, verfehlte damit aber den Konsens von 20,57 Milliarden Yuan deutlich. Schwerer wiegt für mich der Ausblick: Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 21,7 und 23,4 Milliarden Yuan – rund 15 Prozent unter dem, was Analysten erwartet hatten.

Der Verlust je American Depositary Share fiel mit 1,29 Yuan zudem deutlich höher aus als die prognostizierten 0,77 Yuan. Das ist kein Ausreißer, das ist ein Muster, das die aktuelle Kursschwäche rechtfertigt.

Der Markt hat entsprechend reagiert. Die Aktie notiert nur noch hauchdünn über ihrem 52-Wochen-Tief von 9,52 Euro und liegt satte 61 Prozent unter dem Jahreshoch vom November. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 47 Prozent zu Buche. Der RSI von 33,2 signalisiert eine überverkaufte Situation – für mich aber kein automatisches Kaufsignal, sondern Ausdruck echter operativer Sorgen.

Die Robotik-Wette als Silberstreif

Parallel zu den enttäuschenden Kernzahlen meldete XPeng den vielleicht spektakulärsten Deal des Jahres für die Sparte: Die humanoide Robotik-Tochter Dogotix holte in einer Series-A-Runde über 900 Millionen US-Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von mehr als 6,3 Milliarden US-Dollar ein.

Angeführt wurde die Runde von IDG Capital, mit an Bord sind Gaorong Ventures, Tencent und Alibaba – eine Investorenliste, die für sich genommen beeindruckt. XPeng behält dabei mit rund 81,97 Prozent die Kontrolle, Dogotix bleibt konsolidiert.

Für mich ist das ein zweischneidiges Signal. Einerseits zeigt es, dass namhafte Kapitalgeber an das Zukunftspotenzial von XPengs Robotik-Ambitionen glauben. Andererseits ändert diese Finanzierung nichts am eigentlichen Problem: Das Autogeschäft, das den Löwenanteil des Umsatzes stellt, schwächelt.

Die für September angekündigte Auslieferung des G9L SUV und der für das vierte Quartal geplante Marktstart des Mona L05 sind wichtige Termine – aber sie müssen erst beweisen, dass sie die Wachstumsdelle beheben können.

Analysten bleiben skeptisch, aber nicht hoffnungslos

Die Reaktion der Analystenhäuser am Montag fiel gemischt, aber überwiegend vorsichtig aus. Macquarie senkte das Kursziel auf 18,00 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei "Outperform" und verwies auf niedrigere Bewertungsniveaus bei Vergleichsunternehmen.

Bernstein SocGen strich das Kursziel von 20,00 auf 18,00 US-Dollar zusammen und bestätigte ein "Market Perform". Tiger Securities war noch deutlicher: Kursziel runter von 20,00 auf 15,00 US-Dollar, Einstufung "Hold". Das Bild ist eindeutig: Selbst wohlwollende Häuser mussten ihre Erwartungen nach unten anpassen.

Unterm Strich

Für mich überwiegt derzeit die Skepsis. Die Kombination aus verfehlten Umsatzzielen, einem schwachen Ausblick und einem sich ausweitenden Verlust wiegt schwerer als die Aussicht auf künftige Robotik-Erträge, die noch Jahre entfernt sein dürfte.

Die Dogotix-Finanzierung ist strategisch klug und signalisiert Vertrauen namhafter Investoren – doch sie löst kein einziges der operativen Probleme im Kerngeschäft. Solange XPeng nicht beweist, dass die neuen Modelle G9L und Mona L05 die Nachfrage tatsächlich stabilisieren, bleibt die Aktie für mich ein Fall für risikobereite Anleger mit langem Atem, nicht für die breite Masse.

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