XPeng Aktie: Mona L05 vor globalem Start
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 11:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng bereitet die globale Markteinführung eines neuen Modells vor, während die Verkaufszahlen des ersten Halbjahres 2026 Schwäche zeigen. Der Mona L05, ein 4,87 Meter langes SUV, wurde bereits vor dem offiziellen Start in China gesichtet – als batterieelektrische Version (BEV) und als Variante mit Reichweitenverlängerung (EREV).
Zwei Antriebsvarianten für den Mona L05
Die BEV-Ausführung kommt mit einem 183-kW-Motor und einer LFP-Batterie mit 71,1 kWh, die nach chinesischem CLTC-Zyklus 615 bis 660 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Die EREV-Variante setzt auf einen 1,5-Liter-Verbrennungsmotor mit 70 kW in Kombination mit einer kleineren 37,2-kWh-Batterie, die rein elektrisch 237 bis 253 Kilometer schafft.
Mit dem Doppelansatz aus reinem Elektroantrieb und Reichweitenverlängerung reagiert XPeng auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse im chinesischen Heimatmarkt und auf internationalen Zielmärkten.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der der Absatz nicht in die gewünschte Richtung läuft. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte XPeng weltweit 165.977 Fahrzeuge – ein Rückgang von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für einen Hersteller, der sich als Wachstumsstory am Elektroauto-Markt positioniert, ist das ein Dämpfer, den neue Modelle wie der Mona L05 ausgleichen sollen.
Expansion nach Südostasien
Parallel treibt XPeng die internationale Expansion voran. Im September soll der Markteintritt auf den Philippinen erfolgen, zunächst mit den Modellen L03 und X9. Der Regionalverantwortliche für Südostasien, Sam Chu, bezeichnete den philippinischen Markt als an einem "Wendepunkt der Elektrifizierung" stehend.
In China kostet der L03 zwischen 123.800 und 156.800 Yuan, umgerechnet rund 18.400 bis 23.300 US-Dollar – ein Preisniveau, das XPeng auch für den Export in preissensible Märkte attraktiv machen soll.
Die geografische Diversifizierung ist für XPeng strategisch bedeutsam, denn der heimische chinesische Markt bleibt hart umkämpft. Konkurrent Nio etwa meldete zuletzt einen Umsatzsprung von 112 Prozent, kämpft aber ebenfalls mit hoher Volatilität an der Börse. Der Wettbewerbsdruck unter den chinesischen Elektroautoherstellern bleibt entsprechend hoch.
Robotik als zweites Standbein
Neben dem Kerngeschäft mit Fahrzeugen investiert XPeng weiter in humanoide Roboter. Das Unternehmen sammelte in einer Finanzierungsrunde mehr als 900 Millionen US-Dollar ein, bei einer Bewertung nach der Runde von über 6,3 Milliarden US-Dollar.
Die Serienproduktion ist für Ende 2026 geplant, erste Auslieferungen sollen 2027 folgen. Damit reiht sich XPeng in eine wachsende Gruppe von rund 20 chinesischen Autoherstellern ein, die parallel in die Robotik investieren – darunter auch BYD und Chery.
Aktie nahe Jahrestief
An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage in einem angeschlagenen Kursverlauf wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,96 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent, bleibt damit aber nur 5,7 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 9,42 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 45 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 24,40 Euro beträgt 59 Prozent. Ob der Mona L05 und die Expansion nach Südostasien den Absatzrückgang kompensieren können, dürfte über die kommenden Monate zur zentralen Frage für Anleger werden.
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