XPeng Aktie: 173 Prozent höherer Halbjahresverlust
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 20:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen verfehlt und damit einen Ausverkauf bei chinesischen Elektroautoherstellern ausgelöst. Die Aktie notiert aktuell bei 9,76 Euro, ein Minus von 3,0 Prozent allein am heutigen Handelstag. Damit bewegt sich das Papier nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief.
Verlust weitet sich aus, Umsatz verfehlt Konsens
Der chinesische Elektroautobauer meldete am Montag einen Umsatz von 19,74 Milliarden Yuan, umgerechnet 2,91 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verfehlte aber die Analystenerwartung von 2,95 Milliarden Dollar.
Schwerer wiegt der Verlust: Der bereinigte Fehlbetrag lag bei 1,29 Yuan pro American Depositary Share und damit deutlich über der von Analysten erwarteten Marke von 0,76 Yuan.
Für das erste Halbjahr summierte sich der Nettoverlust auf 3,12 Milliarden Yuan – eine Verschlechterung von 173 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Immerhin verbesserte sich die Bruttomarge auf 20,7 Prozent von zuvor 17,3 Prozent.
Die Fahrzeugauslieferungen stiegen im zweiten Quartal nur minimal um 0,1 Prozent auf 103.295 Einheiten. Für das gesamte erste Halbjahr bedeutete das sogar einen Rückgang um 15,8 Prozent auf 166.000 ausgelieferte Fahrzeuge.
Ausblick für das dritte Quartal enttäuscht
Besonders die Prognose für das laufende Quartal belastete den Kurs. XPeng rechnet mit Auslieferungen zwischen 115.000 und 121.000 Fahrzeugen sowie einem Umsatz von 21,7 bis 23,4 Milliarden Yuan. Das liegt deutlich unter der Analystenschätzung von 25,88 Milliarden Yuan. Zum Vergleich: Der Schlusskurs von gestern lag noch bei 10,06 Euro – der heutige Rückgang setzt den Abwärtstrend der vergangenen Wochen fort.
Zusätzlichen Druck brachte eine sektorweite Entwicklung: Tesla und acht weitere Autobauer in China kündigten Rückrufe von rund 4,3 Millionen Fahrzeugen wegen Problemen mit elektronischen Türgriffen an. XPeng zählt zu den betroffenen Herstellern und kündigte ebenfalls Software-Updates an, was die ohnehin angespannte Stimmung im Sektor weiter belastete.
Lichtblicke bleiben nicht ohne Widerhall
Nicht alle Nachrichten waren negativ. Firmenchef He Xiaopeng erklärte, die starke Performance der Modelle GX und MONA L03 habe das Vertrauen des Managements gestärkt.
Die MONA L03 SUV entwickelte sich demnach zu einem regelrechten Verkaufsschlager: Die neuen, nicht mehr stornierbaren Bestellungen stiegen im dritten Quartal um 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf ein Rekordniveau. Die Produktion läuft inzwischen im Zweischichtbetrieb, im vierten Quartal sollen monatlich rund 60.000 Einheiten ausgeliefert werden.
Trotzdem reagierten mehrere Analysehäuser mit Kürzungen ihrer Kursziele. Barclays senkte sein Ziel auf 14 Dollar von zuvor 15 Dollar und beließ die Einstufung bei Underweight. Bernstein SocGen reduzierte das Kursziel auf 18 Dollar von 20 Dollar bei einem Rating von Market Perform.
Tiger Securities strich sein Kursziel deutlicher zusammen, von 20 auf 15 Dollar, und begründete dies mit den durchwachsenen Quartalszahlen und einem schwächeren kurzfristigen Auslieferungsausblick.
Für Anleger bleibt das Bild gespalten: Während das Kerngeschäft mit wachsenden Verlusten und einer enttäuschenden Prognose kämpft, setzt XPeng operativ zunehmend auf neue Wachstumsfelder außerhalb des klassischen Autogeschäfts. Ob diese Diversifizierung die kurzfristige Schwäche im Fahrzeuggeschäft auffangen kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen.
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