Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Gewinn bricht um 43 Prozent ein

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwächere Smartphone-Zahlen und Verluste im Autogeschäft treffen auf sinkende Margen; der Europa-Start der Elektroautos ist für 2027 vorgesehen.

Xiaomi: Gewinnrückgang und Kostendruck belasten den Konzernumbau
Abstrakte Darstellung einer angespannten Finanzmarktsituation in einem dunklen Büro mit verschwommenen Stadtlichtern. Illustration mit AI erstellt.

Der chinesische Technologiekonzern Xiaomi steht vor einer anspruchsvollen Neuausrichtung seines Geschäftsmodells. Im zweiten Quartal 2026 sank der Konzernumsatz um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan. Der bereinigte Nettogewinn fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42,6 Prozent auf 6,22 Milliarden Yuan zurück und verfehlte damit die Markterwartung von 6,6 Milliarden Yuan.

Die Zurückhaltung der Anleger spiegelt diese Entwicklung wider. Seit Jahresanfang verzeichnet der Anteilsschein ein Minus von 32 Prozent und notiert bei 2,94 Euro.

Kosteninflation im klassischen Smartphone-Geschäft

Im traditionellen Kerngeschäft mit Mobiltelefonen geraten die Margen zunehmend unter Druck. Der Smartphone-Umsatz gab im zweiten Quartal um 7,5 Prozent auf 42,1 Milliarden Yuan nach, während die Auslieferungen um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Einheiten sanken. Konzernweit verringerte sich die Bruttomarge dadurch auf 19,8 Prozent, verglichen mit 22,5 Prozent im Vorjahr.

Medienberichten zufolge fiel die Bruttomarge im Smartphone-Segment isoliert betrachtet auf 8,5 Prozent. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die stark anziehenden Preise für elektronische Bauteile.

Das Analysehaus TrendForce prognostiziert, dass der Kostenanteil für Speicherchips an den gesamten Fertigungskosten bis zur ersten Jahreshälfte 2027 auf bis zu 42 Prozent steigen könnte. Das Konzernmanagement stellt sich daher auf anhaltenden Kostendruck bis in die Jahre 2027 und 2028 ein.

Um dem Abwärtstrend im Volumenmarkt entgegenzuwirken, setzt das Unternehmen am oberen Ende des Portfolios auf technologische Aufrüstung. Am Mittwoch stellte der Konzern die Flaggschiff-Serie Xiaomi 18 Pro vor, die auf einen 2-Nanometer-Prozessor sowie Kamerasysteme des Kooperationspartners Leica zurückgreift.

Hohe Anlaufkosten für die Elektromobilität

Gleichzeitig bindet der zügige Aufbau der Automobilsparte erhebliche liquide Mittel. Zwar kletterten die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen im zweiten Quartal um 28,2 Prozent auf 104.199 Einheiten, das Segment verbuchte jedoch einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan.

Eine Markteinführung dieser Großraummodelle in Europa bleibt vorerst offen. Dennoch treibt der Konzern seine internationale Expansion weiter voran: Der offizielle Marktstart von Elektroautos auf dem europäischen Kontinent ist für 2027 avisiert.

Zur Vorbereitung des Vertriebsnetzwerks wurden vor über einem Monat Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet, darunter Emil Frey Deutschland, Ernst Dello und LUEG Mobility. Ergänzend dazu betreibt das Unternehmen bereits ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München.

Ausblick und finanzielle Absicherung

Die umgerechnete Marktkapitalisierung von 75,77 Milliarden Euro verdeutlicht, dass Xiaomi trotz der operativen Belastungen zu den Schwergewichten der asiatischen Technologiebranche zählt. Für Investoren bleibt entscheidend, ob die geplante Transformation vom margenschwachen Elektronikhersteller zum integrierten Mobilitätskonzern rechtzeitig Früchte trägt, bevor die Kosten im Hardwarebereich die Gesamterträge weiter aushöhlen.

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