Xerox Aktie: Aktivist sieht 7,69 Dollar
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 16:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein tschechischer Investmentfonds bringt Xerox ins Wanken – im positiven Sinn. STARTEEPO SICAV hat seine Beteiligung an Xerox Holdings auf 7,34 Prozent aufgestockt und fordert den Vorstand in einem Brief auf, die Finanzsparte des Konzerns auf den Prüfstand zu stellen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von rund 7 Prozent auf 3,38 Dollar.
Verborgener Wert in der Finanzsparte
Im Zentrum der Forderungen steht Xerox Financial Services (XFS), die Sparte, die Kunden die Finanzierung ihrer Bürogeräte ermöglicht. STARTEEPO beziffert deren Wert auf eigenständiger Basis mit bis zu 7,69 Dollar je Aktie – mehr als das Doppelte des aktuellen Aktienkurses vor dem jüngsten Anstieg.
Der Fonds argumentiert, dieser Wert gehe im Zahlenwerk unter, weil XFS lediglich in der Sammelkategorie "Print and Other" verbucht wird, ohne separate Angaben zu Forderungen, Margen oder Kreditqualität.
STARTEEPO fordert deshalb mehr Transparenz – Xerox solle spätestens zur Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal offenlegen, wie Vorstand und Finanzchef die Sparte strategisch einordnen. Parallel dazu soll der Vorstand externe Finanzberater engagieren, um sämtliche Optionen für XFS zu prüfen: von einer Partnerschaft über alternative Finanzierungsstrukturen bis zur teilweisen oder vollständigen Veräußerung.
Als Vorbild nennt der Fonds Modelle von HP, General Electric und Siemens, bei denen firmeneigene Finanzierungssparten kapitalschonend strukturiert wurden – die Kapitalgeber übernehmen dabei die Portfoliofinanzierung, während der Mutterkonzern Kundenbeziehung und Vertrieb behält. Ein so umgebautes XFS könnte laut STARTEEPO sogar Finanzierungen für Dritte im Markt für Bürotechnologie übernehmen.
Dringlichkeit wegen Fälligkeiten 2028
STARTEEPO betont, dass eine Klärung der XFS-Strategie noch vor den anstehenden Anleihefälligkeiten im Jahr 2028 nötig sei. Der Fonds lobt zugleich den bisherigen Kurs des Managements: Die Integration des zugekauften Lexmark-Geschäfts komme voran, die Synergien lägen im Plan, und Xerox habe zuletzt seine Verschuldung reduziert.
Trotz dieser operativen Fortschritte sei der Unternehmenswert seit dem ersten Schreiben des Fonds im Mai sogar gesunken – ein Umstand, den STARTEEPO als Beleg für eine anhaltende Unterbewertung wertet.
Perspektivisch skizziert der Fonds ein Szenario, in dem ein entschuldeter und neu bewerteter Xerox-Konzern für potenzielle Käufer einen Eigenkapitalwert von bis zu 3,3 Milliarden Dollar erreichen könnte – umgerechnet mehr als 18 Dollar je Aktie, sollte das Unternehmen künftig weitere strategische Schritte verfolgen.
Der Vorstand hat sich zu den Forderungen bislang nicht öffentlich geäußert. Ob und wie Xerox auf die Transparenz-Forderungen zur dritten Quartalsvorlage reagiert, dürfte den nächsten Prüfstein für das Verhältnis zwischen Management und Investor darstellen.
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