Worley Aktie: Zehn Prozent Dämpfer
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 06:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Gewinneinbruch von 35 Prozent, dazu ein Kurssturz von rund zehn Prozent am Mittwoch — Worley bekommt die Rechnung für ein Jahr voller Sonderbelastungen präsentiert. Der australische Ingenieurdienstleister meldete zum Geschäftsjahresende Juni 2026 einen Nettogewinn von 306 Millionen Dollar, deutlich unter Vorjahresniveau. Der Markt reagierte prompt und schickte die Aktie auf eines der schlechtesten Tagesergebnisse im ASX 200.
Naher Osten und Franken-Effekte drücken die Marge
Der Konflikt im Nahen Osten kostete Worley rund 58 Millionen Dollar an Ergebnis, weil Projekte verschoben wurden und Arbeitsvolumen in der EMEA-Region einbrach. Hinzu kam ein Gegenwind von rund 50 Millionen Dollar aus der Währungsumrechnung, da der starke australische Dollar die im Ausland erzielten Erlöse schmälerte — und die machen etwa 93 Prozent des Konzernumsatzes aus. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Underlying EBITA) fiel um 10,8 Prozent auf 734 Millionen Dollar.
Zusätzlich belasteten 120 Millionen Dollar an Restrukturierungskosten die Bilanz, größtenteils ausgelöst durch zwei gestoppte Chemieprojekte in Westeuropa. Der Gesamtumsatz blieb mit rund zwölf Milliarden Dollar nahezu unverändert, was angesichts der Erwartungen im Markt eher enttäuschte. Besonders die Chemiesparte brach ein: Der Umsatz sackte um 22 Prozent ab, das Segment-Ergebnis sogar um fast 30 Prozent.
Nicht alle Regionen liefen schlecht. Amerika wuchs deutlich, getragen vom CP2-LNG-Projekt von Venture Global in Louisiana, während Asien-Pazifik nach dem Abschluss großer Projekte den stärksten Rückgang verzeichnete.
Auftragsbücher zeigen gemischtes Bild
Der Auftragsbestand sank von 16,7 Milliarden Dollar zum Halbjahr auf 13,8 Milliarden Dollar, nachdem das pausierte Baytown-Blue-Hydrogen-Projekt von ExxonMobil aus der Pipeline herausgenommen wurde.
Gleichzeitig legten die Neuaufträge um 23 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar zu — darunter Verträge mit American Electric Power, Chevron und Orbia. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen drei neue Aufträge für Energieprojekte an US-Rechenzentren, ohne das Volumen zu beziffern.
Der Vorstand hält an der Dividende fest: 25 Cent je Aktie, unfranked, zahlbar am 30. September — ein Betrag auf Vorjahresniveau. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 stellt Worley ein Umsatz- und Ergebniswachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich in Aussicht, gewichtet auf das zweite Halbjahr. Das mittelfristige Ziel eines zweistelligen Ergebniswachstums bis 2030 bleibt bestehen — die Erholung im Nahen Osten und das Timing großer Projektanläufe entscheiden jedoch, wie schnell dieser Pfad tatsächlich erreichbar ist.
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