Wienerberger: Hanke kauft 10.000 Aktien zu 21 Euro
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 02:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Innerhalb weniger Tage haben zwei führende Köpfe von Wienerberger Aktien des Konzerns erworben – zu identischen Konditionen. Interims-Vorstandschef Gerhard Hanke kaufte am 13. August 10.000 Aktien zu je 21,00 Euro, wie das Unternehmen als Pflichtmitteilung veröffentlichte.
Am 20. August folgte Aufsichtsratsmitglied Peter Steiner mit einer Transaktion: 2.000 Stück zum Kurs von 19,24 Euro. Beide Käufe wurden als Directors’ Dealings gemeldet.
Die zeitliche Nähe der beiden Transaktionen fällt auf. Erst am 10. August war Heimo Scheuch aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig als CEO zurückgetreten, Hanke übernahm interimistisch die Konzernspitze.
Dass ausgerechnet der neue Interims-Chef und ein Aufsichtsratsmitglied binnen weniger Tage zum gleichen Preis nachkaufen, lässt sich als Signal des Vertrauens in die aktuelle Bewertung lesen – auch wenn Insiderkäufe naturgemäß keine Garantie für eine Kurserholung sind.
Geschäftszahlen liefern gemischtes Bild
Die Käufe fallen in eine Phase, in der die operative Entwicklung des Baustoffkonzerns durchwachsen ausfällt. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Wienerberger den Umsatz um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das operative EBITDA sank jedoch. Für das Halbjahr wies der Konzern einen Umsatz von 2,43 Milliarden Euro aus, verwies aber auf anhaltenden Druck bei der Ergebnisentwicklung.
Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen eine schwächere Wohnungsneubauaktivität, insbesondere in Nordamerika und dem Vereinigten Königreich, sowie eine erhöhte Kosteninflation. Das Wachstum bei Umsatz wurde zudem nicht allein organisch erzielt, sondern auch durch Zukäufe gestützt – der Konzern hob insbesondere seine Position in den Bereichen Infrastruktur und Renovierung hervor.
Trotz der schwächeren Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal bestätigte Wienerberger die Jahresprognose für das operative EBITDA von 700 Millionen Euro. Diese Bestätigung dürfte für Anleger ein wichtiges Signal gewesen sein, dass das Management trotz der Belastungen aus dem Neubaugeschäft an seinen Zielen für das Gesamtjahr festhält.
Kurs bleibt unter Druck
Die Aktie hat die schwierige operative Lage im Kurs bereits deutlich abgebildet. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 36 Prozent zu Buche, der Titel notiert damit weit unter seinem 52-Wochen-Hoch von 32,48 Euro aus dem vergangenen August.
Zum Schlusskurs von 19,49 Euro liegt der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 19,00 Euro nur noch bei 2,6 Prozent – die Aktie bewegt sich also nahe ihrem Jahrestief. In diesem Umfeld erscheinen die Insiderkäufe zu 21,00 Euro als Wette darauf, dass die Talsohle nahe ist.
Analysten bleiben unterdessen zurückhaltend. Oddo BHF senkte am 17. August das Kursziel für Wienerberger, beließ die Einstufung aber bei „Neutral“. Die Analysten signalisieren damit zwar keine akute Verkaufsempfehlung, sehen aber auch kein unmittelbares Aufwärtspotenzial.
Für Anleger bleibt die Gemengelage anspruchsvoll: Auf der einen Seite steht die bestätigte Jahresguidance und das demonstrative Vertrauen des Führungspersonals in Form der Aktienkäufe. Auf der anderen Seite belasten die schwache Baukonjunktur in wichtigen Märkten und die ungeklärte Frage der dauerhaften CEO-Nachfolge weiterhin die Stimmung.
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