Wienerberger Aktie: Prognose auf 640–650 Millionen gesenkt
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die anhaltende Flaute im Wohnungsbau und hartnäckiger Kostendruck belasten den Baustoffhersteller Wienerberger spürbar. Während die Baukonjunktur vor allem in Kernmärkten wie Großbritannien und Nordamerika stockt, treiben teurere Energie, Rohstoffe und Logistik die Ausgaben nach oben. Diese Gemengelage dämpft die Ertragskraft des Konzerns und verlangt dem Management konsequente operative Gegenmaßnahmen ab.
Gegenwind auf den Schlüsselmärkten
Besonders im angelsächsischen Raum zeigt sich die Zurückhaltung der Bauherren deutlich. In Großbritannien, den USA sowie in Kanada lahmt der Neubau von Wohnungen merklich.
Zu den dämpfenden Faktoren zählen höhere Hypothekenzinsen und ein insgesamt herausforderndes makroökonomisches Umfeld, wie Berenberg-Analyst Harry Goad feststellte.
Gleichzeitig verschärft sich die Kostensituation. Die Ausgaben für Energie, Fracht und Rohstoffe sind nicht gesunken, sondern haben sich beschleunigt. Wienerberger passte daher die Prognose an und rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem operativen EBITDA von 640 bis 650 Millionen Euro.
Für das dritte Quartal 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro sowie ein operatives EBITDA von etwa 170 bis 180 Millionen Euro an.
Strategische Weichenstellung im November
Als Reaktion auf die Margenbelastung setzt das Management den Hebel bei den Strukturen an. Angekündigt sind eine beschleunigte Optimierung der Kosten sowie eine strategische Überprüfung der Geschäftsaktivitäten. Ziel ist es, die Profitabilität abzusichern, solange das Marktumfeld in den wichtigsten Kernregionen von gedämpfter Nachfrage geprägt bleibt.
Investoren blicken auf die kommenden Wochen, in denen der Konzern weitere Einblicke in seine Planung gewähren wird.
Druck auf dem Kursniveau
An der Börse schlägt sich die operative Schwächephase deutlich nieder. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Wienerberger-Aktie auf 50 Prozent, der Kurs liegt bei 15,35 Euro. Ob die angekündigten Effizienzprogramme genügen, um den Gegenwind auszugleichen, wird maßgeblich von den konkreten Weichenstellungen im Spätherbst abhängen.
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