Wienerberger Aktie: Italcer und NEWS Group akquiriert
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 07:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer Phase, die durch operative Herausforderungen und einen personellen Umbruch an der Konzernspitze geprägt ist, setzen führende Köpfe der Wienerberger-Gruppe deutliche Akzente am Kapitalmarkt.
Nachdem das Unternehmen zuletzt mit rückläufigen Erträgen in einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen hatte, dokumentieren nun gezielte Aktienkäufe aus der Führungsebene eine klare Erwartungshaltung hinsichtlich der künftigen Entwicklung des Baustoffherstellers.
Insider setzen auf Stabilisierung
Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Steiner erwarb am 20. August über das Börsenparkett Anteile am eigenen Unternehmen. Dieser Schritt folgt einer ähnlichen Transaktion durch Gerhard Hanke, der nach dem Ausscheiden von Heimo Scheuch vor rund drei Wochen interimistisch die Führung übernommen hat. Hanke tätigte bereits am 13. August entsprechende Zukäufe. Solche Transaktionen, im Finanzjargon als Directors' Dealings bezeichnet, werden von Marktteilnehmern häufig als Signal gewertet, da sie die Einschätzung der Verantwortlichen zur Bewertung des Unternehmens widerspiegeln.
Diese Vertrauensbeweise fallen in eine Zeit, in der das Papier unter erheblichem Druck steht. Seit Jahresanfang hat die Wienerberger-Aktie bereits 35 % verloren. Mit einem aktuellen Kurs von 19,84 € notiert das Papier zudem mit einem Abstand von 37 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das zu Beginn des Jahres markiert wurde.
Strategische Zukäufe gegen die Marktschwäche
Die operative Lage bleibt derweil anspruchsvoll. In den vor gut drei Wochen präsentierten Zahlen für das zweite Quartal zeigte sich eine zweigeteilte Entwicklung. Zwar konnte Wienerberger den Umsatz auf 1.409 Millionen Euro steigern – ein Plus von 13 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum –, doch das operative EBITDA sank gleichzeitig um 9 % auf 230 Millionen Euro. Dieser Rückgang verdeutlicht den Margendruck, der insbesondere aus der anhaltenden Flaute in den europäischen Wohnneubaumärkten resultiert.
Um dieser Abhängigkeit entgegenzuwirken, forciert der Konzern seinen Umbau in Richtung Renovierung und Wassermanagement. Medienberichten zufolge wurden im zweiten Quartal die Unternehmen Italcer, ein Spezialist für Keramikfliesen und Oberflächen, sowie die NEWS Group, die Lösungen für Wasser- und Abwasserinfrastruktur anbietet, erfolgreich akquiriert. Diese Zukäufe sollen dazu beitragen, die Resilienz des Geschäftsmodells zu erhöhen, während der Neubausektor weiterhin schwächelt.
Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management das Ziel für das operative EBITDA bei 700 Millionen Euro festgesetzt. Angesichts eines Nettogewinns von nahezu Null in der ersten Jahreshälfte bleibt dies ein ambitioniertes Vorhaben.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die strategischen Zukäufe und die eingeleitete Suche nach einem langfristigen CEO-Nachfolger ausreichen, um die Trendwende einzuleiten, auf die die Führungsebene nun mit privatem Kapital setzt.
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