Wienerberger Aktie: Hanke und Steiner kaufen am 20. August
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während die Wienerberger-Aktie seit dem CEO-Rücktritt vor rund zwei Wochen um 8,4 Prozent nachgegeben hat, greifen nun ausgerechnet Führungskräfte des Unternehmens zu. Am 20. August meldeten sowohl Interim-CEO Gerhard Hanke als auch Vorstandsmitglied Peter Steiner im Rahmen der Directors’ Dealings Käufe eigener Aktien. Solche Insider-Käufe gelten an der Börse häufig als Signal, dass das Management den aktuellen Kurs für unterbewertet hält.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der die Zahlen des Baustoffkonzerns durchwachsen ausfallen. Für das zweite Quartal 2026 meldete Wienerberger einen Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das operative EBITDA sank jedoch auf 230 Millionen Euro gegenüber 253 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Die operative EBITDA-Marge rutschte von 20,3 auf 16,3 Prozent ab. Das Unternehmen bestätigte gleichwohl seine Jahresprognose von 700 Millionen Euro operativem EBITDA.
Wachstum bei schwächerer Profitabilität
Laut Unternehmensangaben trugen vor allem Infrastruktur- und Renovierungsaktivitäten sowie Zukäufe das Umsatzwachstum. Gegenläufig entwickelte sich die Nachfrage im Wohnungsneubau in Nordamerika und Großbritannien, die schwächer ausfiel. Diese Gegensätze erklären, warum trotz zweistelligem Umsatzplus die Ertragsseite unter Druck geriet – ein Muster, das Anleger bei Baustoffherstellern in der aktuellen Zinsphase häufiger beobachten.
Die Insider-Käufe von Hanke und Steiner senden in diesem Umfeld ein bewusstes Signal an den Markt. Wer als frisch bestellter Interim-Chef kurz nach der eigenen Berufung eigenes Geld in Aktien seines Unternehmens investiert, unterstreicht damit Vertrauen in die mittelfristige Entwicklung – unabhängig von den kurzfristigen Belastungen aus dem Margenrückgang.
Kurs nahe Jahrestief, Analysten skeptisch
Die Aktie notiert aktuell bei 19,66 Euro und damit nur 3,5 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 19,00 Euro, das erst am 19. August markiert wurde. Der Kursverlauf spiegelt die Verunsicherung wider, die der Führungswechsel und die schwächeren Ergebnisse ausgelöst haben.
Mitte August, am 17. August, senkte das Analysehaus Oddo BHF sein Kursziel für Wienerberger, beließ das Rating jedoch auf Neutral – ein Hinweis darauf, dass die Erwartungen an eine kurzfristige Erholung gedämpft bleiben.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite steht ein bestätigtes Jahresziel und das Signal der Insider-Käufe, auf der anderen Seite eine sichtbar geschrumpfte operative Marge und ein Management in der Umbauphase.
Ob sich die Käufe von Hanke und Steiner als richtiger Zeitpunkt erweisen, wird sich erst zeigen, wenn die zweite Jahreshälfte belegt, ob die Infrastruktur- und Renovierungsnachfrage die Schwäche im Wohnungsneubau tatsächlich dauerhaft ausgleichen kann.
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