Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: 3,36 Prozent Erholung

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 10:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Baustoffkonzern zeigt erste Stabilisierung trotz schwachem Wohnungsbau und gesenkter Prognose.

Wienerberger Aktie: Erholung nach Gewinnwarnung und Kurseinbruch
Moderne Ziegelfassade im goldenen Licht als Symbol für die Bauindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wienerberger legt zu. Am Donnerstag steigt die Aktie um 3,36 Prozent auf 21,54 Euro. Erst vor sechs Tagen war das Papier auf ein 52-Wochen-Tief von 19,92 Euro gefallen.

Die Erholung kommt nicht von ungefähr. Der Baustoffkonzern hatte Ende Juli mit einer Gewinnwarnung für Verunsicherung gesorgt. Jetzt zeigt der Kurs erste Stabilisierungstendenzen.

Schwacher Wohnungsbau drückt auf die Marge

Der Kurseinbruch der vergangenen Wochen hat einen klaren Auslöser. Wienerberger meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Trotzdem sank das operative Ergebnis von 253 auf 230 Millionen Euro.

Der Grund: Der Wohnungsneubau lahmt. Besonders in den USA, Kanada und Großbritannien bricht die Nachfrage stärker ein als erwartet. Das Management reagierte mit einer Prognosesenkung und rechnet nun für das Gesamtjahr nur noch mit einem operativen Ergebnis von rund 700 Millionen Euro. Ursprünglich waren rund 100 Millionen Euro mehr eingeplant.

Umbau zeigt erste Erfolge

Während der Wohnungsneubau schwächelt, trägt der Konzernumbau bereits Früchte. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes stammen mittlerweile aus den robusteren Bereichen Infrastruktur und Sanierung. Der klassische Wohnungsneubau macht nur noch weniger als 40 Prozent aus.

Zukäufe verstärken diesen Trend. Die Übernahmen der italienischen Italcer-Gruppe und der schwedischen NEWS Group brachten im zweiten Quartal mehr als 16 Millionen Euro zum operativen Ergebnis bei. Italcer stärkt zusätzlich das Geschäft mit keramischen Fliesen und diversifiziert Wienerberger weg von der reinen Baustoffabhängigkeit.

Der Abwärtstrend ist noch nicht gebrochen

Trotz des Kurssprungs bleibt die Lage angespannt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 30 Prozent verloren. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 26,02 Euro – rund 17 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das zeigt: Der übergeordnete Abwärtstrend besteht weiter.

Die heutige Bewegung wirkt wie eine technische Gegenreaktion nach der Übertreibung der letzten Wochen. Ob daraus mehr wird, hängt auch von den vollständigen Halbjahreszahlen ab. Wienerberger will sie im August veröffentlichen.

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