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Westlake Chemical Aktie: Werksschließung in Köln

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 23:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und Importdruck führen zur geplanten Stilllegung; Westlake kalkuliert mit 205 Millionen Dollar Vorsteuerbelastungen.

Westlake Chemical schließt PVC-Werk in Köln im ersten Quartal 2027
Industrielle Chemieanlage bei Dämmerung mit Destillationstürmen und Rohrleitungen vor einem Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

Westlake zieht die Reißleine in Köln. Der Chemiekonzern schließt sein dortiges PVC-Werk und begründet den Schritt mit schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und wachsendem Importdruck aus Asien. Die Entscheidung trifft die europäische Chlorvinyl-Sparte in einem ohnehin schwierigen Marktumfeld.

Kleinerer Standort, höhere Kosten

Das Kölner Werk produziert jährlich rund 165.000 Tonnen PVC — im Vergleich zu den übrigen europäischen Standorten des Unternehmens ein kleineres Volumen bei gleichzeitig höherem logistischem Aufwand. Genau das macht die Produktion dort teurer als anderswo in Deutschland. Künftig soll die Belieferung der Kunden über die verbleibenden, kostengünstigeren Werke laufen, darunter der erst kürzlich übernommene Standort Wilhelmshaven.

Der Betrieb in Köln soll im ersten Quartal 2027 eingestellt werden. Für die Schließung kalkuliert Westlake mit Vorsteuerbelastungen von insgesamt rund 205 Millionen Dollar, aufgeteilt in Baraufwendungen von etwa 100 Millionen Dollar und nicht zahlungswirksame Posten von rund 105 Millionen Dollar. Der Großteil davon, etwa 110 Millionen Dollar, soll noch 2026 verbucht werden, der Rest im Folgejahr.

Preisdruck auch jenseits des Atlantiks

Die Entscheidung fällt nicht isoliert. Auch in Nordamerika liegen die Durchschnittspreise für PVC und Polyethylen im dritten Quartal 2026 unter dem Niveau des zweiten Quartals — die Preissprünge nach Ausbruch des Iran-Konflikts haben sich inzwischen abgeschwächt. Im Segment Wohnungsbau und Infrastruktur belasten zudem gestiegene Dieselpreise die Frachtkosten, während steigende Zinsen die Bautätigkeit und damit das Absatzvolumen moderat dämpfen.

In der Folge rechnet Westlake für das dritte Quartal 2026 mit einer im Vergleich zum Vorquartal rückläufigen finanziellen Entwicklung. Konzernchef Jean-Marc Gilson sprach von einer schwierigen, aber notwendigen Entscheidung im Rahmen der laufenden Optimierung der Geschäftsabläufe und betonte, alle betroffenen Mitarbeiter mit Respekt behandeln zu wollen.

Die Maßnahme soll nach Unternehmensangaben die langfristige Profitabilität des europäischen Chlorvinyl-Geschäfts verbessern. Bis zur vollständigen Umsetzung bleibt allerdings ein zweistelliger Millionenbetrag an Restrukturierungskosten im kommenden Jahr auf der Bilanz.

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