Waters Aktie: Zukauf und Prognoseanhebung
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:32 Uhr | Redaktion boerse-global.deWaters legt am Dienstag gleich doppelt nach: Der Laborausrüster meldet starke Zahlen für das dritte Quartal und gibt zugleich die Übernahme von MOBILion Systems bekannt. Das Unternehmen will damit in den Proteomik-Markt vorstoßen und hebt zudem alle Komponenten seiner Jahresprognose an.
Quartal über den eigenen Erwartungen
Der Umsatz lag bei 1,767 Milliarden Dollar und übertraf die Mitte der Prognosespanne um 14 Millionen Dollar. Das organische Wachstum betrug 9 Prozent, währungsbereinigt 10 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 21 Prozent auf 4,10 Dollar.
Der Gewinn nach US-GAAP fiel dagegen auf 0,82 Dollar, nach 2,50 Dollar im Vorjahresquartal. Grund sind Abschreibungen und Kosten aus der Übernahme der Biosciences- und Diagnostiksparten von Becton Dickinson sowie Restrukturierungsaufwand.
Besonders gut lief das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien. Die Analytical-Sciences-Sparte wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent, getragen von zweistelligen Zuwächsen bei Geräten und Chemie. Konzernchef Udit Batra nennt als Treiber den Ersatz alter Geräte sowie Sonderfaktoren bei GLP-1-Wirkstoffen, PFAS-Analytik und Generika in Indien. Die zugekauften Geschäfte liegen nach seinen Angaben bei Synergien und Integration vor dem Zeitplan.
Höhere Ziele für 2026
Für das Gesamtjahr erwartet Waters nun einen Umsatz zwischen 6,479 und 6,497 Milliarden Dollar, in der Mitte 43 Millionen Dollar mehr als zuvor. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 14,60 bis 14,70 Dollar liegen.
Das Schlussquartal peilt das Management mit 4,58 bis 4,68 Dollar je Aktie an. Das wäre ein Plus von 1 bis 3 Prozent zum Vorjahr. Auf der Telefonkonferenz am Morgen wollte das Management zudem einen ersten Wachstumsrahmen für 2027 skizzieren.
MOBILion soll die Proteomik öffnen
Mit MOBILion erwirbt Waters einen Spezialisten für hochauflösende Ionenmobilität. Die SLIM-Technologie trennt Moleküle nach Größe, Form und Ladung in Millisekunden. Gekoppelt mit den Massenspektrometern von Waters soll sie Abdeckung, Empfindlichkeit und Durchsatz bei komplexen Proteomproben erhöhen.
Waters beziffert den Markt für LC-MS-Proteomik auf rund 2 Milliarden Dollar, mit Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Der Konzern setzt zudem auf KI-gestützte Laborabläufe, bei denen Agenten Experimente mitplanen und Geräte steuern.
Langfristig sieht Waters die Chance, entdeckte Biomarker in klinische Tests zu überführen, etwa für die Früherkennung mehrerer Krebsarten oder die Überwachung minimaler Resterkrankungen. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben.
Kurzfristig treibt die Zahlen das Kerngeschäft. Der Proteomik-Zukauf ist eine Wette auf die Jahre danach, mit der Waters seine Position bei Massenspektrometrie und Diagnostik ausbauen will.
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