Walt Disney Aktie: TV-Sparte vor Umbau
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Disney plant einen tiefen Einschnitt im Fernsehgeschäft. Hunderte Stellen könnten wegfallen, mehrere bislang getrennt geführte Einheiten sollen zusammenrücken. Die Aktie gab am Donnerstag nach, zeitweise rutschte sie auf etwa 101,40 Dollar und lag zuletzt gut drei Prozent im Minus.
Silos weg, eine TV-Einheit
Verantwortlich für den Umbau ist Debra OConnell, Chefin von Disney Entertainment Television. Unter ihr bündeln sich ABC Entertainment, 20th Television, Hulu Originals, Disney Kids & Family, National Geographic Content und Freeform. Jede dieser Einheiten hat bislang eine eigene Führungsebene für Programme auf Disney+, Hulu und den linearen Sendern. Genau diese Positionen dürften laut Marktberichten zu den betroffenen Rollen zählen.
Kreativchefin Dana Walden machte die Richtung auf einer Konferenz deutlich. Man wolle Bereiche, die getrennt gelaufen seien, zu einem Fernsehgeschäft zusammenführen, "nicht zu einem Haufen Silos". Auch bei ABC News stehen weitere Kürzungen im Raum.
Die Details sind offenbar noch nicht fixiert. Ein Abschluss der Planung könnte sich bis über den Jahreswechsel hinziehen. Disney wartete zudem das Ergebnis des freiwilligen Vorruhestandsprogramms ab. Dessen Angebotsfenster für Führungskräfte über 50 schloss am Wochenende.
Dritte Kürzungsrunde in diesem Jahr
Der TV-Umbau passt zu einer breiteren Sparkampagne unter CEO Josh D'Amaro, der im März 2026 die Nachfolge von Bob Iger antrat und "One Disney" versprach. Erst am Mittwoch strich der Konzern mehr als 300 Stellen, vor allem in Personalwesen und IT. Es war die dritte Runde des Jahres. Zusammen summieren sich die Kürzungen 2026 auf über 1.500 Positionen.
Die Aktie liegt rund 13 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 117,09 Dollar. Am Vortag hatte sie bei etwa 104,90 Dollar geschlossen.
Konkurrenz rüstet auf
Im Hintergrund formiert sich ein neuer Wettbewerber. Paramount Skydance will die Übernahme von Warner Bros. Discovery am 6. Oktober abschließen. Das Streaming-Angebot des fusionierten Konzerns käme auf annähernd 120 Millionen Abonnenten und läge damit auf Augenhöhe mit Disney+, Hulu und ESPN zusammen. Auch bei den Inhalteausgaben bewegt sich der neue Konzern in Disneys Größenordnung.
Allerdings hinkt Warner Bros. bei der Verwertung seiner Marken hinterher. Raymond James schätzt, dass Warner pro umgesetztem Dollar nur etwa 30 Cent von dem erlöst, was Disney über Parks und Merchandising verdient. Dieser Vorsprung dürfte unter dem neuen Co-Chef Ynon Kreiz ins Visier geraten, der für Kostendisziplin und Markenvermarktung steht.
Für Disney zählt zunächst der Fahrplan: Bis zum Jahresende sollen die Details des TV-Umbaus feststehen, Warner und Paramount starten am 6. Oktober als gemeinsamer Konzern.
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