Walsin Lihwa Aktie: Erhöht Preise für Spezialstähle
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der taiwanesische Werkstoffhersteller Walsin Lihwa reagiert auf gestiegene Beschaffungskosten und eine anhaltend feste Rohstoffnachfrage aus dem Technologiesektor. An der Heimatbörse legte der Titel am heutigen Mittwoch um 5,9 Prozent auf 38,50 TWD zu.
Selektive Erhöhungen bei legiertem Stahl
Walsin Lihwa belässt die Grundpreise für Standardstähle der 304-, 200er- und 400er-Serien im kommenden Monat unverändert. Dagegen steigt die Notierung für kupferhaltigen 304-Edelstahl sowie Automatenstahl um 1.000 NT$ je Tonne. Für die Legierungssorte 316 verlangt der Konzern ab Oktober einen Aufschlag von 2.000 NT$ pro Tonne.
Mit dieser Differenzierung berücksichtigt das Management die Margensituation der weiterverarbeitenden Kundschaft. Während die Preise für Massenstähle stabil bleiben, um Auftragschancen im nachgelagerten verarbeitenden Gewerbe zu schützen, lassen sich die Kostensteigerungen bei Spezialanwendungen eher weitergeben.
Kostendruck durch Schrott und KI-Komponenten
Treibende Kraft hinter den Preisanpassungen sind verteuerte Vormaterialien.
Parallel dazu bleiben wichtige Legierungsmetalle auf einem hohen Niveau. Walsin Lihwa verweist insbesondere auf Kupfer und Molybdän, die durch den globalen Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz gestützt werden. Beide Metalle kommen verstärkt in industriellen Flüssigkühlsystemen sowie in Komponenten zur Datenübertragung zum Einsatz.
Stabiler Geschäftsgang und europäische Marktfaktoren
Für das dritte Quartal rechnet Walsin Lihwa im taiwanesischen Edelstahlbereich mit einer operativen Entwicklung, die in etwa dem Niveau des zweiten Quartals entspricht. Auch für das Engagement auf dem chinesischen Festland erwartet der Konzern für das abgelaufene Vierteljahr ein unverändertes Bild. Dort dämpfe die staatliche Regulierung gegen ruinösen Verdrängungswettbewerb das Angebot, während teure Rohstoffe das Preisniveau stützen.
In Europa treiben regulatorische Vorgaben des CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM die Preise. Entlastungseffekte durch verringerte Importquoten zum Schutz der europäischen Märkte verzögerten sich laut Unternehmensangaben jedoch durch die sommerliche Betriebsruhe im dritten Quartal und dürften sich erst zum Jahresende zeigen.
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