Wabash National Aktie: Mehr Aufträge, roter Kurs
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Umsatzplus, ein Rekord-Auftragsbuch – und trotzdem rauscht die Aktie nach unten. Bei Wabash National klafft im zweiten Quartal 2026 die Wahrnehmung zwischen Zahlenwerk und Börsenreaktion deutlich auseinander. Der Hersteller von Lkw-Anhängern übertraf die Umsatzerwartungen der Analysten klar, verpasste aber beim Gewinn – und das reichte, um die Kursrally der vergangenen Monate zu bremsen.
Der Nettoumsatz kletterte auf 417,24 Millionen Dollar und lag damit gut sieben Prozent über den Konsensschätzungen. Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 0,53 Dollar jedoch etwas höher aus als die von Analysten erwarteten 0,50 Dollar. Die Aktie brach vorbörslich um rund 7,8 Prozent auf 12,27 Dollar ein, nachdem sie zuvor bei 13,31 Dollar geschlossen hatte.
Backlog wächst so stark wie nie im zweiten Quartal
Der eigentliche Lichtblick der Zahlen liegt im Auftragsbestand. Er stieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 956 Millionen Dollar – nach Angaben des Managements das erste Mal in der Firmengeschichte, dass der Backlog im zweiten Quartal überhaupt zugelegt hat. Vorstandschef Brent Yeagy wertet das als Signal, dass Kunden von reiner Zurückhaltung zu konkreten Bestellungen übergehen, nachdem viele Flotten drei Jahre lang kaum ersetzt wurden.
Die bereinigte Bruttomarge kehrte mit 4,1 Prozent erstmals seit mehreren Quartalen ins Positive zurück, blieb operativ mit minus 5,6 Prozent aber weiter belastet. Grund sind gestiegene Materialkosten, die sich noch nicht vollständig über die Preise weitergeben ließen. Das Unternehmen verschaffte sich zudem über eine Wandelanleihe zusätzliche Liquidität von 150 Millionen Dollar und verhandelt parallel die Verlängerung einer Kreditlinie über 300 Millionen Dollar.
Zölle auf chinesische Anhänger stützen die These
Vorläufige Anti-Dumping- und Ausgleichszölle auf chinesische Importe – teils über 100 Prozent – dürften laut Management die Wettbewerbsposition der heimischen Produktion stärken. Wabash beschafft rund 95 Prozent seines Materials in den USA und sieht sich dadurch im Vorteil gegenüber ausländischer Konkurrenz, die zusätzlich mit Sektor-232-Zöllen von 25 Prozent belegt ist.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 440 und 460 Millionen Dollar und einem bereinigten Verlust je Aktie zwischen 0,40 und 0,50 Dollar. Sollte der Markt 2027 wieder auf ein Ersatzbedarfsniveau von rund 260.000 Anhängern zurückkehren, stellt das Management ein normalisiertes EBITDA zwischen 150 und 170 Millionen Dollar in Aussicht – abhängig davon, ob sich die aktuellen Branchenprognosen bestätigen. Trotz des Kursrückgangs am Handelstag liegt die Aktie seit Jahresbeginn weiterhin rund 58 Prozent im Plus.
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