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Vulcan Energy Aktie: Barker übernimmt Vorsitz, Wedin berät

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vulcan Energy erweitert seine Lithiumvorhaben mit Genehmigung und Machbarkeitsdaten, doch die Aktie liegt seit Jahresbeginn 46 Prozent zurück.

Vulcan Energy: Lithiumprojekte kommen voran, Aktie bleibt unter Druck
Industrielle Geothermie-Anlage in einer minimalistischen Landschaft bei goldenem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Diskrepanz zwischen operativen Etappensiegen und der Stimmung am Kapitalmarkt prägt das Bild bei Vulcan Energy. Während das Unternehmen die Weichen für die geplante Lithiumgewinnung in Deutschland stellt, bleibt der Verkaufsdruck an den Börsen hoch.

Bei einem aktuellen Kurs von 1,37 Euro summiert sich der Kursverlust seit Jahresanfang auf 46 Prozent. Anleger blicken damit auf eine anhaltende Talfahrt, obwohl das operative Fundament schrittweise erweitert wird.

Strategische Meilensteine im Oberrheingraben

Im Mittelpunkt der Entwicklungsstrategie steht das Projekt Lionheart. Für diesen Standort konnte sich Vulcan Energy mit der Förderlizenz Ilka die zweite Genehmigung für die Lithiumgewinnung sichern. Die Lizenz im Oberrheingraben besitzt eine Laufzeit von sechs Jahren. Die Erteilung erfolgte vor rund zwei Wochen, seither verzeichnete das Papier ein Minus von 8,8 Prozent.

Ein wesentlicher Baustein für den Standort ist zudem das unternehmenseigene Adsorbens VULSORB, dessen kommerzielle Produktion Vulcan Energy für die spätere Direktlithiumextraktion aufgenommen hat. Diese Fertigung gilt als entscheidender Schritt auf dem Weg zur angestrebten Inbetriebnahme von Lionheart in der zweiten Jahreshälfte 2028.

Parallel dazu treibt das Unternehmen mit dem Projekt Ludwig eine zweite Ausbaustufe für Lithium und Geothermie in der Region Ludwigshafen voran. Die Ankündigung der vorläufigen Machbarkeitsstudie liegt rund zwei Wochen zurück, seither gab der Kurs um 17,4 Prozent nach.

Die Untersuchung beziffert das Entwicklungskapital auf 1,26 Milliarden Euro auf Basis realer Kosten des Jahres 2026, worin ein Puffer von 15 Prozent enthalten ist.

Bezogen auf die vergleichbare Kapazität an Lithiumkarbonat-Äquivalent liegen diese Investitionsausgaben rund 15 Prozent unter den Werten für Lionheart. Die Studie weist über eine 30-jährige Betriebsdauer einen Vorsteuer-Kapitalwert von 2,6 Milliarden Euro sowie einen internen Zinsfuß von 25 Prozent aus.

Personelle Neuordnung und Marktreaktion

Neben den Projektstudien durchlief Vulcan Energy auch personelle Veränderungen. Die Führungsspitze wurde vor gut einer Woche neu geordnet, seither büßte die Aktie 4,7 Prozent ein.

Angus Barker übernahm den Vorsitz als Non-Executive Chair, nachdem er zuvor als Lead Independent Director und stellvertretender Vorsitzender tätig war. Unternehmensgründer Dr. Francis Wedin wechselte zeitgleich von der Position des Executive Chair in eine beratende Funktion.

Trotz dieser Weichenstellungen überwiegt an der Börse weiterhin die Skepsis, was den massiven Kapitalbedarf für die Umsetzung der Tiefengeothermie- und Extraktionsanlagen widerspiegelt.

Mit einem Abstand von 34 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,07 Euro bleibt der übergeordnete Trend im deutschen Handel deutlich abwärtsgerichtet. Für das Management kommt es in den nächsten Monaten darauf an, die berechneten Kostenvorteile und Zeitpläne bis zum Produktionsstart 2028 auch in der Praxis zu bestätigen.

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