Vonovia, Aktie

Vonovia Aktie: Verkauft Lüneburg-Bestand an Tristan

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 13:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vonovia verbessert Vermietung und Bilanz, bestätigt die Jahresziele und verkauft Bestände, während die Aktie auf ein Mehrjahrestief fällt.

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Vonovia notiert nahe seinem 52-Wochen-Tief. Bei 18,80 Euro liegt die Aktie nur noch 0,8 Prozent über der Marke von 18,66 Euro, die am 2. September markiert wurde.

Seit Jahresbeginn hat das Papier 23 Prozent verloren, binnen zwölf Monaten sogar 28 Prozent. Der RSI von 26,4 signalisiert eine deutlich überverkaufte Aktie – ein Warnsignal für kurzfristige Trader, aber kein Kaufargument für sich genommen.

Der Kursverfall vollzieht sich, obwohl der Wohnungskonzern operativ solide Zahlen vorlegt. Im ersten Halbjahr steigerte Vonovia das bereinigte EBITDA im Kerngeschäft Vermietung um 6,3 Prozent auf 629,7 Millionen Euro, die Mieteinnahmen legten um 4 Prozent auf 874 Millionen Euro zu.

Das Mietwachstum auf vergleichbarer Fläche lag bei 4,0 Prozent. Belastend wirkte dagegen die Projektentwicklung, deren bereinigtes EBITDA um 74 Prozent auf 13,6 Millionen Euro einbrach. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank um 10 Prozent auf 0,43 Euro.

Bilanz verbessert sich schrittweise

Trotz des schwachen Aktienkurses bewegt sich die Verschuldung in die richtige Richtung. Die Loan-to-Value-Quote sank von 45,4 Prozent Ende 2025 auf 45,1 Prozent, das Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA verbesserte sich von 13,8 auf 13,7. Bis 2028 strebt Vonovia einen Verschuldungsgrad unter 12 sowie eine LTV-Quote von rund 40 Prozent an.

Das Immobilienportfolio wird mit einem Fair Value von 84,7 Milliarden Euro ausgewiesen, das Unternehmen erwartet eine Fortsetzung der positiven Bewertungstendenz.

Finanzvorstand Philip Grosse verwies auf gestiegene Volatilität und leicht höhere Finanzierungskosten infolge geopolitischer Unsicherheiten, betonte aber, die mittel- und langfristige Finanzierung liege im Plan. Die Jahresprognose bestätigte der Konzern unverändert: Ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Konzernergebnis zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro sollen 2026 erreicht werden.

Portfoliobereinigung geht weiter

Parallel zur Zahlenvorlage treibt Vonovia den Umbau seines Bestands voran. Ende August verkaufte der Konzern 975 Wohnungen in Lüneburg an Tristan Capital Partners für 55 Millionen Euro – deutlich unter dem ursprünglichen Angebotspreis von 90 Millionen Euro.

Der Schritt markiert einen strategischen Rückzug aus dem Standort und zeigt, dass Vonovia bereit ist, bei der Bereinigung des Portfolios Preiszugeständnisse zu machen, um Randbestände abzustoßen.

Auf der Führungsebene hat sich der Konzern in diesem Jahr neu aufgestellt. Luka Mucic übernahm zum Jahresbeginn den Vorstandsvorsitz von Rolf Buch, zuvor war er Finanzvorstand bei Vodafone und davor bei SAP tätig. Zum 1. Juni rückte zudem Katja Wünschel, die zuvor RWE Renewables leitete, als neue Chief Development Officer in den Vorstand ein.

Die Schere zwischen operativer Stabilität und Kursverlauf bleibt damit das prägende Bild: Während Vermietungsgeschäft und Bilanzkennzahlen sich verbessern, drückt das Marktumfeld die Bewertung auf ein neues Mehrjahrestief.

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