Vonovia, Aktie

Vonovia Aktie: Verkaufsprogramm liegt im Plan

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 11:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern veräußerte in neun Monaten Immobilien für 900 Millionen Euro; bis Ende 2028 sollen Verkäufe über fünf Milliarden Euro folgen.
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Vonovia kommt beim Schuldenabbau voran, auch wenn das Umfeld zäher wird. In den ersten neun Monaten verkaufte der Konzern Immobilien für 900 Millionen Euro. Vorstandschef Luka Mucic sieht das Unternehmen damit im Plan, bis Ende 2028 Assets im Umfang von 5 Milliarden Euro abzugeben.

Verkäufe nach Plan, aber im schwierigen Markt

"Die 900 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen entsprechen ziemlich genau unseren Erwartungen", sagte Mucic. Der Transaktionsmarkt sei nicht einfacher geworden. Allerdings habe man für 2026 ohnehin keine wesentlich höheren Erwartungen gehabt, weil zunächst das Portfolio für die Verkaufsprozesse vorbereitet werden musste.

Rund 410 Millionen Euro stammen aus Non-Core-Verkäufen, 240 Millionen Euro aus Minderheitsbeteiligungen. Das Recurring-Sales-Segment steuerte etwa 220 Millionen Euro bei, Grundstücksverkäufe weitere 20 Millionen.

Für das Gesamtprogramm skizziert Mucic folgende Aufteilung:

  • rund 2 Milliarden Euro aus Non-Core-Immobilien
  • 500 Millionen Euro aus nichtstrategischen Beteiligungen
  • 500 Millionen Euro aus dem Verkauf von Kerngeschäft

Aktuell laufen in Deutschland Verkaufsprozesse im Umfang eines mittleren einstelligen Milliardenbetrags. Daneben prüft Vonovia Möglichkeiten in Schweden.

Zinsen bremsen, CFO geht

Das Finanzierungsumfeld bleibt die Schwachstelle. Nach Angaben von CFO Philip Grosse sind die Zinsen seit Beginn des Iran-Kriegs um 150 Basispunkte gestiegen. Das belastet den Vorsteuergewinn und das Ergebnis der Aktionäre. Zudem halten sich Käufer zurück, Verkaufsprozesse dauern länger.

Grosse selbst verlässt das Unternehmen Ende 2027. Nach mehr als zehn Jahren als CFO börsennotierter Immobilienkonzerne wolle er beruflich ein neues Kapitel beginnen. Vonovia will die Nachfolge in Kürze bekannt geben, Grosse soll den Übergang begleiten. Die Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise leicht im Plus bei 16,37 Euro.

Politischer Gegenwind aus Berlin

Parallel dazu kritisiert Mucic die Vergesellschaftungspläne einer möglichen rot-grün-roten Koalition in Berlin. Laut Sondierungspapier sollen rund 160.000 Wohnungen aus dem Besitz von fünf Konzernen überführt werden. Vonovia besitzt in der Hauptstadt gemeinsam mit der Tochter Deutsche Wohnen gut 130.000 Wohnungen.

Eine Vergesellschaftung schaffe keine einzige zusätzliche Wohnung, so Mucic. Allein die Debatte schwäche das Vertrauen in Investitionen am Standort Deutschland. Er verweist auf den Fehlbestand von rund 1,4 Millionen Wohnungen: Dagegen helfe nur mehr Bauen und Investieren. Die schwarz-rote Bundesregierung will die Pläne per Gesetz stoppen.

Vonovia selbst peilt bis Ende 2028 das Verkaufsziel von 5 Milliarden Euro an. Der Konzern nennt die Zielerreichung realistisch, die Nachfolge für Grosse soll in Kürze feststehen.

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