Vonovia, Aktie

Vonovia Aktie: Tristan Capital Partners kauft in Lüneburg

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vonovia veräußerte 975 Wohnungen für 55 Millionen Euro, bestätigte die Jahresziele und meldete zugleich ein leicht höheres bereinigtes EBITDA.

Vonovia verkauft Lüneburg-Portfolio mit hohem Preisabschlag
Modernes Wohngebäude mit eleganter Architektur bei Dämmerung Illustration mit AI erstellt.

Vonovia hat sich am 18. August von 975 Wohnungen in Lüneburg getrennt – für 55 Millionen Euro und damit deutlich unter dem ursprünglichen Angebotspreis von 90 Millionen Euro. Käufer ist der Investor Tristan Capital Partners. Der Verkauf ist Teil eines laufenden Umbaus des Bestands, mit dem sich Deutschlands größter Wohnungskonzern stärker auf Kernregionen in deutschen Metropolen konzentrieren will.

Die Aktie notiert aktuell bei 19,74 Euro und damit nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 19,53 Euro, das erst am 9. Juni erreicht wurde. Der Abstand zu diesem Tiefpunkt beträgt gerade einmal 1,1 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 20 Prozent verloren, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von Ende August vergangenen Jahres liegt es rund 32 Prozent zurück.

Deleveraging als Preis für Buchwertdruck

Der Lüneburg-Deal wirft ein Licht auf die Schwierigkeiten, mit denen Vonovia beim Portfolioumbau kämpft. Ein Abschlag von 35 Millionen Euro auf den ursprünglich veranschlagten Wert ist beträchtlich und deutet darauf hin, dass sich Immobilien in weniger begehrten Lagen derzeit nur mit deutlichen Preisnachlässen platzieren lassen.

Für ein Unternehmen, das seinen Verschuldungsgrad senken will, bedeutet das einen Zielkonflikt: Schnellere Verkäufe stärken die Bilanz, drücken aber zugleich den realisierten Wert des Portfolios.

Zugleich zeigt der Bericht zum ersten Halbjahr, den Vonovia am 5. August veröffentlichte, dass das operative Geschäft robuster läuft als der reine Immobilienverkauf vermuten lässt. Das bereinigte EBITDA stieg leicht an und übertraf die Markterwartungen.

Besonders das Segment Value-add – dazu zählen die Handwerkerorganisation VTS und das Energiegeschäft – legte im ersten Halbjahr kräftig zu und erreichte ein bereinigtes EBITDA von 128,5 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern sank dagegen, weil höhere Minderheitenanteile zu Buche schlugen. Eine Neubewertung des Portfolios führte im Zuge des Berichts zudem zu einem Wertzuwachs.

Guidance bestätigt, Mietwachstum leicht gedämpft

Vonovia bestätigte mit dem Halbjahresbericht seine Jahresziele für 2026 und die mittelfristigen Vorgaben bis 2028. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro sowie einem Vorsteuergewinn von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro. Das bereinigte Periodenergebnis soll zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro liegen. Eine Anpassung gab es beim organischen Mietwachstum: Wegen des Berliner Mietspiegels senkte Vonovia diese Erwartung um 20 Basispunkte.

Die Investitionen zogen im ersten Halbjahr auf 1,4 Milliarden Euro an – ein Signal, dass der Konzern trotz Verkaufsdrucks an einzelnen Standorten weiter in den Bestand steckt.

Für Anleger bleibt damit ein zwiespältiges Bild: Operative Fortschritte bei Vermietung und Dienstleistungen stehen einem Aktienkurs gegenüber, der sich seit Monaten in der Nähe seines Jahrestiefs bewegt und mit einem 14-Tage-RSI von 34,2 auf anhaltend schwache Marktstimmung hindeutet.

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