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Vonovia Aktie: 73 Prozent lehnen Enteignung ab

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Umfrage zeigt breite Ablehnung von Enteignungen; Ökonomen setzen auf Neubau, während Vonovia und Grand City Properties unter Druck stehen.

Sanierte Mehrfamilienhäuser mit grünem Innenhof und Balkonen am Nachmittag
Vonovia SE DE000A1ML7J1 – sanierte Mehrfamilien-Wohnsiedlung mit grünen Innenhöfen und Balkonen am Nachmittag Illustration mit AI erstellt.

Die Debatte über eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände stößt in der deutschen Bevölkerung auf breite Ablehnung. Laut einer Forsa-Umfrage für Stern und RTL halten 73 Prozent der Bundesbürger eine Enteignung nicht für geeignet, um hohe Mieten in Großstädten wirksam zu bekämpfen. Lediglich 24 Prozent der Befragten befürworteten diesen Schritt. Drei Prozent äußerten sich unentschieden.

Besonders deutlich fällt der Widerstand im bürgerlichen Lager aus. Bei den Anhängern von CDU und AfD spricht sich eine überwältigende Mehrheit gegen Eingriffe in das Eigentum aus. Der Vorstoß der Berliner Linken zur Überführung großer Bestände in öffentliches Eigentum trifft damit auf breite politische Gegenwehr.

Ökonomen plädieren für Neubau

Auch aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht wachsen die Vorbehalte gegen solche Pläne. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über eine Untersuchung des Instituts für Weltwirtschaft, die dem Wohnungsneubau klar den Vorzug gibt.

Stattdessen plädieren die Forscher für die gezielte Schaffung neuer Wohnungen. Eine Ausweitung des Bestands würde die Angebotsmieten spürbar dämpfen und den Markt nachhaltiger entlasten als der reine Eigentümerwechsel bereits bestehender Bauten.

Damit steht der politische Vorstoß im Widerspruch zu ökonomischen Empfehlungen. Beim Berliner Volksentscheid im Jahr 2021 fand die Initiative zwar noch eine Mehrheit. Seither schränken veränderte Zinsen und knappe Haushaltsmittel den finanziellen Spielraum der öffentlichen Hand jedoch drastisch ein.

Druck auf die Bewertung

Für die Wohnungskonzerne bleibt die anhaltende Diskussion eine spürbare Bürde. Laut Bloomberg verbuchten die Aktien von Vonovia und Grand City Properties im Quartalsverlauf jeweils Kursverluste von rund 20 Prozent. Analysten warnen vor anhaltenden Risiken für deutsche Wohnimmobilientitel, da neben der Regulierung auch das Zinsumfeld auf die Bilanzen drückt.

Abseits der überregionalen Debatten setzt das Unternehmen auf konkrete Kooperationen an seinen Standorten. Gemeinsam mit dem Sozialdienst katholischer Frauen startete Vonovia in Koblenz eine Kampagne gegen häusliche Gewalt. Neben Informationsangeboten in den Wohnhäusern umfasst das Projekt gezielte Hilfen bei der Wohnungsvermittlung für Betroffene.

Bodenbildung an der Börse

Am Kapitalmarkt ringt das Papier von Vonovia nach den jüngsten Abgaben um Stabilität. Im heutigen Handel gewinnt der Titel 2,0 Prozent auf 17,45 Euro. Zuvor hatte der Konzern im Tagesverlauf bei 16,98 Euro ein neues 52-Wochen-Tief erreicht.

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