Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Rauswurf aus dem Leitindex

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 09:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagen fällt aus dem Euro Stoxx 50 und senkt die Margenerwartung für 2026. Porsche-Belastungen und Personalwechsel erhöhen den Druck.

Elektro-Kompaktwagen an Ladestation auf Industriegelände bei Dämmerung
Volkswagen AG Vz (DE0007664039) – Generischer Elektro-Kompaktwagen lädt zur blauen Stunde auf Werksgelände Illustration mit AI erstellt.

28 Jahre lang gehörte Volkswagen zum Euro Stoxx 50 – seit diesem Montag ist Schluss. Die Vorzugsaktie verliert ihren Platz im Leitindex der Eurozone, ausgetauscht durch den finnischen Netzausrüster Nokia und den französischen Versorger Engie. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein.

Der Rauswurf fällt mitten in eine ohnehin schwere Phase. Am Freitag kappte Volkswagen die Prognose für die operative Umsatzrendite 2026 drastisch: Statt der geplanten 4,0 bis 5,5 Prozent stellt der Konzern nun höchstens ein Prozent in Aussicht. Sondereffekte von rund zehn Milliarden Euro drücken das Ergebnis, darunter eine Abschreibung auf die Porsche AG. Die Aktie reagierte mit einem Kursrutsch von 5,6 Prozent auf 76,52 Euro.

Porsche als Belastungsfaktor

Die Sportwagentochter steht im Zentrum der Probleme. Ein Einbruch der China-Verkäufe und eine teure Kehrtwende bei der Elektrostrategie haben Porsche-Chef Michael Leiters unter Druck gesetzt.

Berichten zufolge plant der Aufsichtsrat weitere gut 4.000 Stellenstreichungen bei Porsche, um ein Kostenloch von etwa 700 Millionen Euro zu schließen – zusätzlich zu bereits vereinbarten Abbaumaßnahmen, die bis 2035 jede fünfte Stelle in Stuttgart kosten sollen.

Der Indexausschluss selbst ist mehr als reine Symbolik. Fonds und ETFs, die den Euro Stoxx 50 eins zu eins nachbilden, mussten zum Stichtag umschichten – ein Verlust an passiver Nachfrage und Sichtbarkeit für die Aktie. Die Umstellung war allerdings bereits seit Anfang September bekannt, ein Teil der Umschichtung dürfte demnach schon eingepreist sein.

Talente wandern ab

Während der Autobauer intern um Kosten kämpft, verliert er auch Personal an die Konkurrenz. Skoda-Chef Klaus Zellmer wechselt spätestens im Oktober 2027 als neuer CEO zu Volvo Cars und folgt dort auf Hakan Samuelsson.

Zellmer, zuvor über zwei Jahrzehnte bei Porsche, hatte Skoda zu einem der profitabelsten Bereiche im VW-Konzern gemacht: Die operative Marge der tschechischen Marke lag im ersten Halbjahr 2026 bei 8,5 Prozent – deutlich über den 2,4 Prozent der Kernmarke Volkswagen.

Charttechnisch hält die Aktie derzeit knapp die 50-Tage-Linie. Darunter wartet das 52-Wochen-Tief vom 1. Juli bei 69,20 Euro, nach oben begrenzt das Hoch vom 4. September bei 83,76 Euro die Erholung. Die 200-Tage-Linie verläuft rund 16 Prozent über dem aktuellen Kurs. Fällt die 50-Tage-Linie, rückt das Jahrestief wieder in den Blick.

Aufschluss über die Wirkung der angekündigten Restrukturierung dürften die Neun-Monats-Zahlen liefern, die Volkswagen am 29. Oktober vorlegt.

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