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Volkswagen Aktie: Betriebsrat drängt auf Jobgarantien

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VW-Betriebsratschefin Cavallo verlangt Schutz vor weiterem Stellenabbau und Regeln gegen chinesische Konkurrenz. Mehrere Standorte bleiben offen.

Elektro-Kompaktwagen an Ladestation auf Industriegelände bei Dämmerung
Volkswagen AG Vz (DE0007664039) – Generischer Elektro-Kompaktwagen lädt zur blauen Stunde auf Werksgelände Illustration mit AI erstellt.

Der Ton zwischen VW-Belegschaft und Politik verschärft sich. Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo hat nach einem Treffen mit Vizekanzler Lars Klingbeil und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies eine klare Forderung formuliert: Die Arbeitgeberseite verlangt bessere Rahmenbedingungen von der Politik — Zusagen zum Erhalt deutscher Arbeitsplätze bleiben nach Cavallos Einschätzung bislang aus.

Der Vorwurf sitzt tief. Cavallo verwies nicht nur auf Volkswagen selbst, sondern auf die gesamte Zulieferkette, die an den Autoherstellern hängt. "Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Kahlschlag an Arbeitsplatzreduzierungen endlich aufhört", sagte sie nach dem Gespräch mit den SPD-Politikern.

Streit um China-Wettbewerb

Ein zentrales Thema des Treffens war der Wettbewerb mit chinesischen Herstellern. Cavallo forderte Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge und verbindliche Regeln für einen höheren Anteil lokaler Fertigung in Europa — inklusive Ingenieursarbeit. Ohne solche Vorgaben könne sich die Belegschaft auf betrieblicher Ebene "abstrampeln", ohne dem unfairen Wettbewerb etwas entgegensetzen zu können.

Klingbeil signalisierte Unterstützung und sprach sich gegen eine naive Handelspolitik gegenüber China aus. Er kündigte an, innerhalb der Bundesregierung auf klarere Local-Content-Regeln und schnellere Entscheidungen bei Zöllen auf Plug-in-Hybride zu drängen.

Stellenabbau bleibt Kernproblem

Der eigentliche Konfliktstoff liegt im bereits laufenden Stellenabbau. Zu den vereinbarten 50.000 Jobs, die in Deutschland wegfallen sollen, will der Konzernvorstand weltweit weitere 50.000 Stellen streichen. Offen bleibt zudem die Zukunft mehrerer Standorte: Emden, Hannover, Zwickau und der Audi-Standort Neckarsulm stehen ohne klare Perspektive da.

Die Vorzugsaktie reagierte am Freitag im XETRA-Handel zeitweise mit einem Minus von 0,84 Prozent auf 80,36 Euro — eine moderate Bewegung, die den grundsätzlichen Konflikt zwischen Belegschaft, Management und Politik nicht auflöst. Die Standortfrage in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm dürfte in den kommenden Wochen zum nächsten Prüfstein für die Verhandlungen zwischen Konzernspitze und Arbeitnehmervertretern werden.

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