Voestalpine, Aktie

Voestalpine Aktie: Verbund startet H2FUTURE-Ausbau

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Ofenumbau in Donawitz kommt voran; UBS erhöhte das Kursziel, während Voestalpine die Quartalszahlen für November ankündigte.
Moderne Industrieanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff mit blauer und grüner Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat einen wesentlichen Meilenstein bei der Umstellung auf eine emissionsärmere Produktion erreicht. Am Standort Donawitz ist die Montage des neuen Elektrolichtbogenofens weitgehend abgeschlossen. In ersten Teilbereichen startete am Montag die Kalt-Inbetriebnahme des Aggregats.

Im ersten Halbjahr 2027 plant der Konzern den schrittweisen Übergang zur elektrifizierten Stahlerzeugung an diesem Standort. Sobald die Anlage den Vollbetrieb erreicht, ist die jährliche Produktion von rund 850.000 Tonnen CO?-reduziertem Stahl vorgesehen. Das Projekt bildet ein Kernstück der Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns, zu der auch weitere Technologieinitiativen gehören.

So starteten Voestalpine und der Energieversorger Verbund am 2. Oktober die erweiterte H2FUTURE-Wasserstoffpilotanlage in Linz. Dieses 16,4 Millionen Euro schwere Vorhaben umfasst unter anderem Anlagen zur Verdichtung, Reinigung und Verladung sowie fünf Wasserstoffspeichertanks zur Erforschung nachgelagerter Prozessschritte mit grünem Wasserstoff.

Verändertes Marktumfeld stützt Aussichten

Die operative Transformation fällt in eine Phase, in der sich das europäische Marktumfeld spürbar wandeln könnte. Die Analysten von UBS stuften die Aktie am 9. Oktober von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und hoben das Kursziel deutlich von 49,00 Euro auf 64,00 Euro an.

Das Institut begründete den Schritt mit einem voraussichtlich strukturell knapperen EU-Stahlmarkt. Nach der Einführung von EU-Schutzmaßnahmen könnten die Stahlimporte in den Wirtschaftsraum um etwa 9 Millionen Tonnen zurückgehen.

Gleichzeitig belasten Betriebsstörungen und drohende Schließungen bei Wettbewerbern wie HKM und im italienischen Taranto das europäische Gesamtangebot.

Nach Einschätzung von UBS dürfte dieses verringerte Angebot die europäischen Stahlpreise und Gewinnmargen stützen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer verhaltenen Industriekonjunktur: Der Weltstahlverband worldsteel prognostizierte in seiner jüngsten Erhebung eine weltweite Stahlnachfrage von 1.722 Millionen Tonnen für das laufende Jahr, während für die Europäische Union ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent erwartet wird.

Blick auf die anstehenden Geschäftszahlen

An der Börse spiegelte sich diese gemischte Gemengelage zuletzt in einer spürbaren Erholung wider. Am gestrigen Donnerstag schloss die Voestalpine-Aktie bei 44,58 Euro, was seit Jahresbeginn einem Kursplus von 18 Prozent entspricht. Zum 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro notiert das Papier damit noch knapp zehn Prozent entfernt.

Klarheit über die tatsächliche Auswirkung der Rohstoff- und Energiepreise sowie über den aktuellen Geschäftsverlauf erhalten Marktteilnehmer im kommenden Monat. Das Unternehmen hat die Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 für den 11. November angekündigt. Der Zwischenbericht wird zeigen, wie robust sich das operative Ergebnis angesichts des Umbaus und der europäischen Nachfrageschwäche behaupten konnte.

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