Voestalpine, Aktie

Voestalpine Aktie: Deutsche Bank sieht 60 Euro

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vor den Quartalszahlen nächste Woche zeigen sich Analysten gespalten: Kursziele zwischen 42 und 60 Euro. Der Konzern treibt zudem sein milliardenschweres Klimaprojekt voran.

Voestalpine Aktie: Analysten uneins vor anstehenden Quartalszahlen
Abstraktes, atmosphärisches Bild einer modernen Industrieanlage mit Fokus auf Stahlverarbeitung und Lichtspiel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Voestalpine-Aktionäre erleben zur Wochenmitte einen Dämpfer. Das Papier fällt um 2,02 Prozent auf 44,54 Euro und rutscht damit knapp unter den 50-Tage-Durchschnitt von 44,81 Euro. Der Blick der Anleger richtet sich jetzt auf die Quartalszahlen, die kommende Woche anstehen.

Die Analystenschar ist sich uneins. Die Deutsche Bank Research sieht mit einem Kursziel von 60,00 Euro noch deutliches Potenzial. Die Wiener Privatbank hält dagegen an ihrer Verkaufsempfehlung fest und nennt nur 42,10 Euro als fairen Wert. Ihr Argument: Nach dem starken Lauf der vergangenen zwölf Monate stimmt das Chance-Risiko-Verhältnis nicht mehr.

Markt erwartet Gewinnsprung

Der Konsens rechnet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 mit kräftigem Wachstum. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 1,01 Euro. Im Vorjahresquartal lag der Wert noch bei 0,59 Euro. Das wäre nahezu eine Verdopplung. Beim Umsatz rechnen Experten mit rund 3,98 Milliarden Euro.

Elektroofen in Linz nimmt Form an

Parallel zu den Zahlen meldet der Konzern Baufortschritt beim Klimaprojekt „greentec steel". In Linz will Voestalpine noch im Juli den Stahlbau für die Halle des ersten Elektrolichtbogenofens abschließen. Das Programm kostet 1,5 Milliarden Euro und ist Österreichs größtes Klimaschutzvorhaben. Ziel: Bis 2029 sollen die CO2-Emissionen des Konzerns um rund 30 Prozent sinken.

Die Inbetriebnahme des ersten Elektroofens plant der Konzern für Frühjahr 2027. Sowohl in Linz als auch am Standort Donawitz laufen die Bauarbeiten laut Unternehmensangaben planmäßig und im Budget.

EU schützt, USA belasten

Der europäische Stahlsektor bekommt seit Anfang Juli Rückenwind durch verschärfte EU-Schutzmaßnahmen gegen Importe aus Drittstaaten. Die EU reduziert zollfreie Kontingente und verschärft die Verifizierung von Herkunftsnachweisen. Das soll den Markt vor Billigimporten schützen.

Im Nordamerika-Geschäft läuft es dagegen holpriger. Verschärfte US-Importzölle treffen vor allem das Segment Tubulars. Der Konzern rechnet hier mit Ergebniseinbußen im zweistelligen Millionenbereich.

Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt die Aktie 78,16 Prozent über ihrem Stand vor zwölf Monaten. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 41,10 Euro — ein Polster von 8,36 Prozent zum aktuellen Kurs. Die Quartalszahlen kommende Woche werden zeigen, welche der beiden Analystenlager näher an der Realität lag.

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