Vodafone Aktie: VodafoneThree peilt Milliarde Einsparungen an
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vodafone schraubt die Synergieziele für das fusionierte britische Geschäft spürbar nach oben. Wie der Telekommunikationskonzern gestern auf einer Investorenveranstaltung bekannt gab, soll VodafoneThree bis zum Geschäftsjahr 2032 jährliche Kostensenkungen von 1 Milliarde Pfund erzielen.
Die bisherige Planung sah Einsparungen von 700 Millionen Pfund pro Jahr bis zum Geschäftsjahr 2030 vor. Als Zwischenschritt visiert das Management bis zum Geschäftsjahr 2030 nun bereits ein Einsparvolumen von 800 Millionen Pfund jährlich an.
Die zusätzlichen Einsparungen sollen vor allem durch die Zusammenlegung der Netzinfrastruktur und das Ende des Netzausbaus erreicht werden. Geplant ist, die Zahl der Mobilfunkstandorte in Großbritannien von rund 37.000 auf etwa 26.000 zu verringern und doppelte Strukturen abzubauen.
Nach Angaben des Unternehmens sollen diese Maßnahmen ohne Einschnitte bei der Belegschaft umgesetzt werden. Zudem plant VodafoneThree über einen Zeitraum von zehn Jahren Investitionen in Höhe von 11 Milliarden Pfund in den Netzausbau.
Ehrgeizige Cashflow- und Renditeziele
Mit den Einsparungen verknüpft der Konzern weitreichende finanzielle Vorgaben für die britische Einheit. Der operative freie Cashflow von VodafoneThree soll sich bis zum Geschäftsjahr 2032 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2025 mehr als verdreifachen.
Für das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Leasingaufwendungen (EBITDAaL) wird für den Zeitraum von 2025 bis 2032 eine jährliche Wachstumsrate im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich angestrebt.
Die Vorsteuer-Kapitalrendite inklusive Firmenwert soll die Kapitalkosten bis zum Geschäftsjahr 2032 übersteigen und bis zum Geschäftsjahr 2034 deutlich darüber liegen.
Konzernchefin Margherita Della Valle betonte die wachsende Bedeutung der britischen Einheit für die mittelfristigen Wachstumspläne der gesamten Gruppe. Vodafone hatte sich im Sommer nach dem Erwerb des 49-Prozent-Anteils von CK Hutchison die vollständige Kontrolle über VodafoneThree gesichert.
Analystenlob und Gegenwind an der Börse
Die Anpassung der Mittelfristziele stieß bei Analysten auf Zustimmung. Berenberg bestätigte die Kaufempfehlung für die Stammaktie und hob das Kursziel von 123 auf 140 Pence an. Das Analysehaus verwies dabei unter anderem auf die Erwartung, dass der freie Cashflow leicht über dem oberen Ende der Unternehmensprognose liegen könnte.
An der Börse überwogen heute dennoch die Abgaben. Die Vodafone-Aktie verbilligte sich im Tagesverlauf um 4,5 Prozent auf 1,40 Euro. Damit vergrößerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1,54 Euro wieder. Belastet wurde der Kurs vor allem von einer allgemeinen Schwäche europäischer Telekommunikationstitel, nachdem bekannt wurde, dass SpaceX über den Erwerb von US-Frequenzsperen den Einstieg in Mobilfunkdienste vorbereitet.
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