Vodafone, Aktie

Vodafone Aktie: Drahi-Ausstieg kostet Milliarde

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Verkauf von Drahis OXG-Anteil drückt Vodafone um 1,5 Prozent. Bis zu 1,1 Milliarden Euro an Erträgen könnten entfallen.

5G-Mobilfunkmast bei Sonnenuntergang, Techniker vor ländlicher Landschaft
Vodafone Group plc (ISIN GB00BH4HKS39) betreibt Mobilfunkmasten für 5G-Netzabdeckung in ländlichen Regionen Europas heute Illustration mit AI erstellt.

Vodafone-Aktien gaben am Mittwoch um 1,5 Prozent auf 129,3 Pence nach. Auslöser ist der Verkauf von Patrick Drahis Anteil an der deutschen Breitband-Gemeinschaftsfirma OXG — ein Deal, der Vodafone bis zu 1,1 Milliarden Euro an potenziellen Erträgen kosten könnte.

Hintergrund ist eine Vereinbarung, die Société Générale bereits Anfang des Monats mit Drahi getroffen hat. Die Bank übernimmt dessen 50-Prozent-Beteiligung an OXG, verzichtet dabei aber auf die aufgeschobenen Zahlungsverpflichtungen, die Drahi eingegangen war. Genau dieser Verzicht ist der Kern des Problems für Vodafone: Die entgangenen Zahlungen schlagen sich direkt in der Ertragsrechnung nieder.

Warum der Markt nervös reagiert

OXG ist das deutsche Glasfaser-Gemeinschaftsunternehmen, an dem Vodafone und Drahi jeweils die Hälfte hielten. Solche Joint Ventures leben von klar geregelten Zahlungsströmen zwischen den Partnern. Fällt eine vertraglich fixierte Verpflichtung weg, weil ein neuer Eigner sie nicht übernimmt, verschiebt sich die Kalkulation für den verbleibenden Partner spürbar.

Ein Betrag von 1,1 Milliarden Euro ist im Kontext eines Konzerns wie Vodafone kein Weltuntergang, aber auch keine Kleinigkeit. Kein Wunder, dass Anleger die Nachricht mit einem Kursrückgang quittierten — auch wenn die Bewegung von 1,5 Prozent noch im Rahmen einer normalen Reaktion auf eine belastende Unternehmensmeldung bleibt.

Offiziell hat sich Vodafone zu den konkreten Bilanzfolgen bislang nicht geäußert. Ob und wie stark sich der Wegfall der Drahi-Zahlungen tatsächlich in künftigen Quartalsergebnissen niederschlägt, hängt von der genauen vertraglichen Ausgestaltung der OXG-Struktur ab, die bislang nicht im Detail bekannt ist.

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob Vodafone selbst zu den Details des Société-Générale-Deals Stellung nimmt und die Größenordnung der Ertragslücke bestätigt oder relativiert.

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