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Visa Aktie: Sicherheitsnetz für Krypto gesucht

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Visa-Umfrage zeigt: Mit zugesichertem Bankschutz wächst die Bereitschaft zu Stablecoin-Transfers. Zugleich bremsen Betrugsängste und geringe Bekanntheit.

Fotorealistisches Bild einer generischen unbeschrifteten Bankkarte auf einer Marmoroberfläche – Symbol für moderne Zahlungstechnologie von Visa Inc (US92826C8394)
Visa Inc US92826C8394 zeigt eine blanke unmarkierte Zahlungskarte die auf poliertem Marmortisch liegt Illustration mit AI erstellt.

Stablecoins kennt kaum jemand – aber sobald Bankschutz ins Spiel kommt, ändert sich die Zahlungsbereitschaft schlagartig. Das zeigt eine aktuelle Visa-Studie zum grenzüberschreitenden Geldtransfer, die ein bemerkenswertes Muster offenlegt: Vertrauen schlägt Technologieverständnis.

Bankgarantie verdoppelt die Bereitschaft

Im "Money Travels 2026"-Report von Visa gaben zunächst 36 Prozent der befragten Amerikaner an, Stablecoins für internationale Überweisungen nutzen zu wollen. Sobald das Szenario Bankschutz und Einlagensicherung vorsah, stieg der Anteil auf 56 Prozent. Visa betonte dabei ausdrücklich, dass solche Schutzmechanismen aktuell nicht existieren – Stablecoins tragen bislang keine FDIC-Versicherung.

Das eigentliche Hindernis liegt woanders: 56 Prozent der US-Befragten hatten noch nie von Stablecoins gehört, viele verwechselten sie fälschlich mit den Kursschwankungen von Bitcoin. Bot ein bekannter Finanzanbieter den Dienst an, stieg das Interesse auf 45 Prozent. Traditionelle Banken und globale Zahlungsnetzwerke genießen dabei das größte Vertrauen der Befragten – eine Kategorie, in der sich Visa selbst positioniert.

In Lateinamerika fiel der Effekt noch deutlicher aus: Die Bereitschaft zur Stablecoin-Nutzung verdoppelte sich von 34 auf 74 Prozent, sobald Schutzmechanismen versprochen wurden. Die zugrunde liegende Umfrage von Morning Consult befragte im Frühjahr über 45.000 Menschen in 20 Märkten.

Betrugsrisiko bleibt Kernsorge

Scams sind für viele Nutzer ein reales Problem: 36 Prozent der US-Überweiser berichteten von grenzüberschreitenden Zahlungsbetrügereien, 44 Prozent sorgen sich vor KI-Deepfakes, die Familienangehörige imitieren. Vira Platonova, globale Leiterin von Visa Direct, verwies auf Vertrauen als zentralen Faktor für Nutzer, die auf solche Überweisungen angewiesen sind.

Visa selbst treibt die technische Infrastruktur für Stablecoins seit Jahren voran. Das annualisierte Abwicklungsvolumen liegt inzwischen bei über 20 Milliarden Dollar – ein deutlicher Sprung gegenüber der Rate von 3,5 Milliarden Dollar beim Start der USDC-Abwicklung auf Solana im vergangenen Dezember. Im August erweiterte Visa Direct sein Angebot um Stablecoin-Auszahlungen über den Dienstleister Zerohash.

Der Markt insgesamt wächst rasant: BlackRock beziffert die Marktkapitalisierung von Stablecoins in diesem Monat auf über 300 Milliarden Dollar, mit einem Transaktionsvolumen von mehr als elf Billionen Dollar im vergangenen Jahr. Der Vermögensverwalter sieht in KI-Agenten den nächsten Wachstumstreiber für die Anlageklasse.

Für Visa bedeutet die Studie vor allem eines: Die Infrastruktur ist vorhanden, das Nutzervertrauen muss erst noch aufgebaut werden. Wie schnell sich das ändert, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell etablierte Anbieter wie Visa selbst als vertrauenswürdige Brücke zwischen klassischem Bankwesen und Stablecoin-Technologie wahrgenommen werden.

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