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Visa Aktie: Schlupfloch bei Memecoins geschlossen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 09:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Visa beendet die Einstufung von Memecoin-Käufen als digitale Medien. Prozessoren müssen künftig Kryptoregeln und Einschränkungen anwenden.

Fotorealistisches Bild einer generischen unbeschrifteten Bankkarte auf einer Marmoroberfläche – Symbol für moderne Zahlungstechnologie von Visa Inc (US92826C8394)
Visa Inc US92826C8394 zeigt eine blanke unmarkierte Zahlungskarte die auf poliertem Marmortisch liegt Illustration mit AI erstellt.

Visa greift durch bei einer Grauzone im Kryptohandel. Zahlungsdienstleister sollen Käufe von Memecoins nicht länger als "digitale Medien" verbuchen dürfen — eine Einstufung, die Kunden bislang gewöhnliche Kreditkarten-Punkte und Cashback für Kryptokäufe verschaffte.

Wie die Lücke funktionierte

Der Anbieter Crossmint, der Zahlungen für die Apps Fomo und Robinhood Wallet abwickelt, kategorisierte Memecoin-Käufe unter dem Händlercode 5815. Dieser Code ist eigentlich für Streaming-Dienste oder Hörbücher gedacht — und enthielt keine Kennzeichnung, die auf eine Kryptotransaktion hindeutet.

Crossmint begründete die Einordnung mit einer Einschätzung der US-Börsenaufsicht SEC, wonach manche Memecoins eher als Sammlerstücke gelten könnten. Zahlungsexperten widersprachen dieser Lesart öffentlich.

Auch die Bank Chase hatte die Kategorie für unpassend gehalten und den Fall an Visa weitergegeben. Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft prüft den Vorgang zusätzlich. Einzelne Token wie GENIUS oder DEGEN verschwanden bereits aus dem Angebot von Crossmints Apple-Pay-Checkout, nachdem Nachfragen zur Klassifizierung aufkamen.

Visa hat den Prozessoren nach übereinstimmenden Berichten eine Übergangsfrist eingeräumt, die in der kommenden Woche enden soll. Danach müssten Memecoin-Käufe als reguläre Kryptotransaktionen behandelt werden — inklusive der dafür geltenden Einschränkungen des Netzwerks. Mastercard hat bislang nicht offengelegt, ob vergleichbare Anweisungen an Zahlungsdienstleister ergangen sind.

Kontrolle statt Verweigerung

Der Schritt passt zu einem Muster, das sich bei Visa zuletzt wiederholt zeigt: Der Konzern lehnt neue Zahlungsformen aus der Kryptowelt nicht grundsätzlich ab, sondern zieht sie in ein reguliertes Korsett.

Bei Stablecoins verfolgt Visa einen ähnlichen Ansatz — Integration in das bestehende Netzwerk statt Abwehr der Technologie. Die Reaktion auf die Memecoin-Lücke zeigt, dass diese Offenheit Grenzen hat, sobald Compliance-Risiken für Kartenausgeber und Aufsichtsbehörden entstehen.

Für Visa steht bei solchen Entscheidungen die Integrität des eigenen Netzwerks im Vordergrund. Fehlklassifizierte Transaktionen bergen regulatorische Risiken, die über den einzelnen Anbieter hinausreichen können. Wie genau die neuen Vorgaben für Prozessoren wie Crossmint und Checkout.com in der Praxis aussehen werden, dürfte sich mit dem Auslaufen der Übergangsfrist in den kommenden Tagen zeigen.

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