Vicor, Aktie

Vicor Aktie: Rekordmarge, Rekordauftragsbestand

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Erlöse und Profitabilität treffen auf einen deutlich gewachsenen Auftragsbestand sowie eine erstmals vergebene Lizenz für KI-Technologie.
Abstrakte Darstellung moderner Elektrotechnik und industrieller Hardware in einem professionellen, hellen Licht. Illustration mit AI erstellt.

Vicor liefert im dritten Quartal ab, was Anleger nach den Gewinnrevisionen der vergangenen Wochen erhofft hatten, und legt noch eine Schippe drauf. Der Umsatz übertrifft die Erwartungen deutlich, die Marge springt nach oben. Die Aktie legte vorbörslich zu, nachdem sie zuletzt bei rund 190 Dollar geschlossen hatte.

Umsatz und Marge überraschen

Der Umsatz stieg auf 197,1 Millionen Dollar, ein Plus von 78,5 Prozent zum Vorjahr. Analysten hatten mit rund 183,7 Millionen Dollar gerechnet. Gegenüber dem zweiten Quartal wuchsen die Erlöse um 37,5 Prozent.

Noch auffälliger ist die Profitabilität. Die Bruttomarge kletterte auf 68,3 Prozent, nach 58,0 Prozent im Vorquartal und 57,5 Prozent vor einem Jahr. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 63,3 Millionen Dollar. Je Aktie standen 1,33 Dollar zu Buche, der Markt hatte 1,29 Dollar erwartet.

Die Betriebskosten stiegen auf 62,5 Millionen Dollar. Darin enthalten sind Erfolgshonorare für Kanzleien, die Vicors geistiges Eigentum durchsetzen.

Lizenzgeschäft und Kapazität

Der Auftragsbestand wuchs um 166 Prozent auf 406 Millionen Dollar, gegenüber dem Vorquartal ein Plus von 7 Prozent. Treiber ist die Nachfrage aus KI-Infrastruktur und Hochleistungsrechnen.

Parallel dazu kommt das Lizenzgeschäft in Fahrt. Vicor hat erstmals eine Lizenz für seine Vertical Power Delivery an einen KI-Hersteller vergeben, zu Lizenzsätzen der zweiten Stufe. Die Untersuchung der US-Handelskommission ITC zu mutmaßlichen Patentverletzungen zeigt offenbar Wirkung: Nicht lizenzierte Hersteller und Hyperscaler fragen laut Konzernchef Patrizio Vinciarelli inzwischen nach Lizenzen.

Auch die Produktion wächst. Mit dem Kauf zweier weiterer Standorte im Umkreis von rund 50 Kilometern um die erste Fertigung in Andover will Vicor die Kapazität gegenüber der heutigen Fab nahezu verfünffachen. „Capacity expansion is necessary in view of demand and industry trends", so der Firmenchef.

Finanzpolster wächst

Der operative Cashflow lag bei 69,7 Millionen Dollar, nach 38,5 Millionen Dollar vor einem Jahr. Die liquiden Mittel stiegen auf 513,1 Millionen Dollar. Das schafft Spielraum für den Fabrikausbau, die Investitionen lagen im Quartal bei 16,1 Millionen Dollar.

Vor den Zahlen lag das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei rund 392 Dollar, die Gewinnschätzungen waren binnen 60 Tagen um mehr als 53 Prozent angehoben worden. Die Latte hing also hoch. Der Nasdaq gab zum Handelsbeginn um 0,6 Prozent nach, der Kursgewinn der Aktie ging daher auf das Konto der Zahlen selbst.

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