Vestas, Berenberg

Vestas: Berenberg hebt auf Strong-Buy

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berenberg stuft Vestas hoch, während deutsche Windkraftaufträge und ein Ukraine-Projekt die operative Erholung des Konzerns untermauern.

Vestas-Aktie: Berenberg hebt Rating an, neue Aufträge stärken Erholung
Moderne Windkraftanlagen in einem Offshore-Windpark bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der dänische Windkraftspezialist Vestas Wind Systems gewinnt am Markt deutlich an Vertrauen zurück. Nachdem das Unternehmen bereits vor rund zwei Wochen mit starken Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen hat, folgt nun eine markante Heraufstufung durch die Berenberg Bank. Neben der verbesserten Analystenbewertung stützen neue Großaufträge in Deutschland und Projekte in der Ukraine die Erholungshoffnungen der Anleger.

Berenberg sieht deutliches Aufwärtspotenzial

Die Analysten der Berenberg Bank haben das Rating für Vestas am gestrigen Samstag von „Hold“ auf „Strong-Buy“ angehoben. Diese Entscheidung basiert auf der überzeugenden operativen Entwicklung, die sich bereits in den Ergebnissen des zweiten Quartals abzeichnete.

Mit einem Gewinn je Aktie von 0,11 US-Dollar konnte das Unternehmen die Konsensschätzungen von 0,06 US-Dollar nahezu verdoppeln. Auch der Umsatz lag mit 5,45 Milliarden US-Dollar über den Prognosen der Marktbeobachter, die im Schnitt von 5,19 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren.

Die Heraufstufung spiegelt die Erwartung wider, dass Vestas seine Profitabilität nachhaltig steigern kann. Das Management hat die Jahresziele bereits angehoben und ein Aktienrückkaufprogramm gestartet, was als Signal der Stärke gewertet wird. Der Finanzdirektor des Konzerns betonte zudem, dass man die verlustreichen Altverträge und die Krisenphase der vergangenen Jahre nun hinter sich gelassen habe.

Expansionskurs in Deutschland und der Ukraine

Parallel zur positiven Analystenresonanz vermeldet Vestas operative Fortschritte im europäischen Kernmarkt. In Deutschland sicherte sich der Konzern Aufträge für Windturbinen mit einer Gesamtkapazität von 117 Megawatt. Die Projekte verteilen sich auf die Standorte Nienwohlde, Vogelsberg und Münk Arbach.

Zum Einsatz kommen dabei hocheffiziente Anlagen der EnVentus-Plattform sowie Turbinen der Typen V162-6.2MW und V172-7.2MW. Die Auslieferung der Komponenten ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, während die vollständige Inbetriebnahme für das Frühjahr 2028 geplant ist. Langfristige Serviceverträge mit Laufzeiten von bis zu 25 Jahren sichern zudem wiederkehrende Erträge.

Auch in Osteuropa bleibt das Unternehmen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aktiv. Für ein 94,5-Megawatt-Projekt der Kernel Holding in der Ukraine liefert Vestas insgesamt 21 Turbinen, die durch moderne Batteriespeicher ergänzt werden. Damit baut der Konzern seine Präsenz in der Region weiter aus, wo er bereits Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 1,2 Gigawatt installiert hat oder derzeit errichtet.

Aktie behauptet sich über gleitendem Durchschnitt

Trotz eines Rückgangs von 2,0 Prozent am Freitag schloss das Papier die Handelswoche bei 28,38 Euro ab. Die mittel- bis langfristige Tendenz bleibt jedoch positiv, da der Kurs weiterhin etwa 20 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 23,72 Euro notiert. Diese technische Marke gilt unter Anlegern als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend.

Die Konsolidierung innerhalb der Windkraftbranche wird von Experten als zusätzlicher Impulsgeber für Branchenführer wie Vestas gesehen. Während Konkurrenten teilweise mit Projektverzögerungen oder technischen Problemen bei Komponenten kämpfen – wie etwa Vorfälle bei Konkurrenzprojekten vor der US-Küste zeigen –, konzentriert sich Vestas auf die Umsetzung seiner prall gefüllten Auftragsbücher.

Die Kombination aus steigenden Margen und einer stabilen Nachfrage nach Onshore- und Offshore-Lösungen bildet derzeit das Fundament für die positive Einschätzung durch institutionelle Investoren.

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