Vertex, Aktie

Vertex Aktie: Millionen verschenkt

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine neue Vertex-Studie zeigt, dass viele US-Firmen aus Vorsicht Millionen verschenken. Der Softwareanbieter sieht darin einen Markt für sein Compliance-Angebot.

Vertex Studie: Unternehmen verschenken Millionen durch Steuerangst
Abstrakte Darstellung eines modernen Finanzhandelsplatzes mit Fokus auf Marktvolatilität und professionelle Analyse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Drittel der US-Unternehmen lässt jährlich mehr als eine Million Dollar liegen — freiwillig, aus Vorsicht bei der Steuererklärung. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie, die Vertex heute vorgestellt hat. Der Softwareanbieter für indirekte Steuern und Compliance sieht darin den Beleg für einen strukturellen Umbruch in der Unternehmenspraxis.

Die Erhebung, die auf Befragungen von mehr als 2.100 Führungskräften in zwei unabhängigen Forschungsinstituten beruht, identifiziert zwei Problemfelder. Zum einen die sogenannte "Defensibility Drift" — die wachsende Lücke zwischen Entscheidungen im Transaktionsmoment und der Fähigkeit, diese später gegenüber Behörden zu belegen. Laut Studie sehen sich 58 Prozent der Unternehmen mit hochkomplexen Steuerprüfungen konfrontiert, für 45 Prozent ist das Mitverfolgen sich ständig ändernder Vorschriften die größte Herausforderung.

Integrationslücken als Kostentreiber

Das zweite Problemfeld nennt Vertex "CompOps Drag": die operativen Reibungsverluste durch fragmentierte Steuer-, ERP- und Reporting-Systeme. 56 Prozent der befragten Führungskräfte nennen die Integration von Steuersoftware in bestehende Systeme als größte Hürde. Obwohl 94 Prozent engere Zusammenarbeit zwischen IT, Steuerabteilung und Finanzen erwarten, haben gerade einmal 12 Prozent eine durchgängige End-to-End-Integration erreicht.

Aus diesen beiden Effekten leitet Vertex die "Compliance Confidence Gap" ab — die Differenz zwischen dem Umsatz, den ein Unternehmen mit belastbarer Absicherung verbuchen könnte, und dem, was es aus Vorsicht konservativer ausweist. Genau hier will das Unternehmen mit seinem eigenen Ansatz ansetzen, den es als "Decision-to-Defense" bezeichnet: ein Lifecycle-Modell aus den Phasen Determine, Prove, Defend und Improve, das den gesamten Weg von der Steuerentscheidung bis zur Verteidigung im Prüfungsfall abdecken soll.

Für Vertex ist die Studie in erster Linie ein Vehikel, um das eigene Softwareangebot zu positionieren — das Unternehmen gibt an, von mehr als 60 Prozent der Fortune-500-Firmen genutzt zu werden. Ob sich aus der Positionierung als Vordenker im Compliance-Bereich auch neue Vertragsabschlüsse ergeben, dürfte sich frühestens in den kommenden Quartalszahlen zeigen.

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