Verizon Aktie: 274 Filialen werden Franchise
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Telekommunikationsriese Verizon treibt seine internen Umbaumaßnahmen massiv voran. Wie das Unternehmen bestätigte, werden insgesamt 274 konzerneigene Einzelhandelsgeschäfte an Franchise-Betreiber übertragen. Damit einher geht eine weitreichende Umstrukturierung, die zum kommenden Sonntag wirksam wird und rund 3.000 Beschäftigte betrifft.
Im Zuge dieser Maßnahmen werden zudem 500 Stellen in der Verwaltung gestrichen. Die Aktie des Konzerns notiert am heutigen Donnerstag nahezu unverändert und gab minimal um 0,06 Prozent auf 40,72 Euro nach.
Fokus auf Effizienz und Cashflow
Die Verschlankung der operativen Basis ist Teil einer Strategie, die auf eine höhere Profitabilität abzielt. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres konnte Verizon bereits Erfolge bei der Liquiditätssicherung vorweisen. Der operative Cashflow stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 10 Prozent auf 18,4 Milliarden US-Dollar.
Medienberichten zufolge blickt das Management nach einem soliden zweiten Quartal optimistisch auf das Gesamtjahr. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) übertraf im zweiten Quartal mit 1,30 US-Dollar die Konsensschätzung der Analysten von 1,27 US-Dollar.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hat das Management ein bereinigtes EPS in einer Spanne von 4,99 bis 5,04 US-Dollar in Aussicht gestellt. Die Analysten der Erste Group reagierten am 5. August auf die jüngsten Entwicklungen und hoben ihre Schätzungen an.
Für das Jahr 2026 prognostiziert das Haus nun ein EPS von 5,01 US-Dollar (zuvor 4,99 US-Dollar), für das Folgejahr wird ein Anstieg auf 5,26 US-Dollar erwartet. Trotz der leicht erhöhten Gewinnprognosen behält die Erste Group ihre Einstufung für die Aktie auf „Hold“ bei.
Expansion und technologische Kooperationen
Neben den Sparmaßnahmen setzt Verizon auf gezieltes Wachstum und technologische Innovationen. Um den Ausbau des glasfaserbasierten Breitbandangebots voranzutreiben, wurde eine Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar durch Bain Capital und Tillman Global Holdings in Eaton Fiber bekannt gegeben.
Diese Mittel sollen explizit den Ausbau des Glasfasernetzes unter der Marke Verizon unterstützen. Das Papier konnte im laufenden Jahr bereits deutlich zulegen und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 18 Prozent.
Parallel dazu erweitert der Konzern seine Einsatzgebiete über die klassische Telefonie hinaus. In Zusammenarbeit mit Lockheed Martin und Partnern wie NVIDIA demonstrierte Verizon gestern das System „NetSense“. Dabei handelt es sich um eine KI-gestützte Luftraumüberwachung, die das bestehende 5G-Spektrum von Verizon nutzt, um unbemannte Flugsysteme zu erfassen und zu verfolgen.
Trotz dieser technologischen Fortschritte sieht sich das Unternehmen mit infrastrukturellen Herausforderungen konfrontiert. Heute konnte Verizon eine Dienstunterbrechung für Mobilfunkkunden in Albuquerque beheben, die durch mehrfache Sabotage an Glasfaserkabeln verursacht worden war.
Bereits am Dienstag hatte das Unternehmen eine Belohnung von 25.000 US-Dollar für Hinweise auf Verantwortliche ähnlicher Taten im Raum Los Angeles ausgelobt. Das Vertrauen der Investoren in die langfristige Stabilität scheint dennoch gefestigt: Der Kurs liegt derzeit mit 3,3 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Strategische Partnerschaften im Endkundengeschäft
Um die Kundenbindung im Kerngeschäft zu stärken, setzt Verizon auf attraktive Zusatzangebote. Ende Juli startete das Unternehmen eine neue Aktion für die NFL-Saison 2026, bei der berechtigte Kunden Zugriff auf das „NFL Sunday Ticket“ über YouTube erhalten. Dies soll insbesondere das Wachstum im Bereich der Mobilfunk- und Breitbanddienste stützen, deren Umsatz im zweiten Quartal um 2,8 Prozent auf 23,4 Milliarden US-Dollar kletterte.
Demgegenüber stand jedoch ein Rückgang der Hardware-Umsätze um fast 20 Prozent, was auf eine geringere Anzahl an Geräte-Upgrades durch die Kunden zurückzuführen ist.
Auch institutionelle Investoren nutzen die aktuelle Gemengelage für Zukäufe: KMG Fiduciary Partners meldete am Dienstag eine Aufstockung der Position um 22,4 Prozent.
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