Verbio, Aktie

Verbio Aktie: EBITDA-Prognose auf 180 Millionen erhöht

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 06:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbio hebt dank starker Ethanolmargen die Jahresprognose an, während fallende Ölpreise und die 200-Tage-Linie den Aktienkurs unter Druck setzen.

Verbio Aktie: Prognose erhöht, aber Ölpreis und Charttechnik belasten
Moderne industrielle Bioreffinerie bei Sonnenaufgang als Symbol für nachhaltige Energieproduktion Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Operativ läuft es bei Verbio rund, an der Börse herrscht dagegen Krisenstimmung. Während der Vorstand die Gewinnprognose anhebt, ziehen sinkende Ölpreise den Kurs nach unten. Die kommende Woche entscheidet nun über den langfristigen Trend.

Der Biokraftstoff-Spezialist leidet unter dem Verkaufsdruck an den internationalen Rohölmärkten. Billigeres Brent-Öl macht fossile Kraftstoffe preislich attraktiver. Parallel dazu schrumpft die Margenfantasie der Investoren. Innerhalb einer Woche verlor das Papier 11,40 Prozent an Wert.

Kampf um die 200-Tage-Linie

Charttechnisch wird die Lage brenzlig. Die Aktie schloss am Freitag bei 28,76 Euro. Damit notiert sie nur noch hauchdünn über dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,46 Euro. Ein dauerhaftes Unterschreiten dieser Marke könnte weitere Verkäufe auslösen.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt derweil bei 38,9. Dieser Wert deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Die Folge: Eine kurzfristige Stabilisierung wird wahrscheinlicher.

Starke Zahlen trotzen dem Markttrend

Die fundamentale Entwicklung steht im krassen Gegensatz zum Kursverfall. Erst kürzlich hob der Vorstand die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 an. Statt zuvor maximal 140 Millionen Euro erwartet das Management nun bis zu 180 Millionen Euro.

Treiber sind starke Margen im Ethanolgeschäft. Hinzu kommt eine erwartete Wertaufholung bei den Treibhausgasminderungsquoten.

Strategischer Umbau in Bitterfeld

Verbio baut parallel dazu die Spezialchemie-Sparte aus. In Bitterfeld bereitet das Unternehmen die Inbetriebnahme einer weltweit einzigartigen Ethenolyse-Anlage vor. Dieser Schritt soll den Konzern unabhängiger vom volatilen Kraftstoffmarkt machen.

Zudem stützt die Regulatorik das langfristige Geschäftsmodell. Ab 2027 steigt die gesetzliche THG-Quote in Deutschland auf 14,5 Prozent. Heimische Produzenten dürften dann von strengeren Regeln für Importe profitieren.

Ab dem 21. August schränkt das Management die Kommunikation mit dem Markt ein. Mit Beginn dieser „Quiet Period“ vor dem Jahresbericht rücken Makrodaten in den Fokus. Besonders die US-Rohöllagerbestände dürften in den nächsten Tagen darüber entscheiden, ob die Unterstützung bei 28 Euro hält.

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