Venture Global Aktie: Strom für KI-Rechenzentren
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Venture Global will mehr sein als ein LNG-Exporteur. Der Konzern kündigt an, auf eigenen Flächen netzunabhängige Gaskraftwerke für Rechenzentren zu errichten und sich zum "KI-Versorger" zu entwickeln. Vorbörslich legte die Aktie zu, nachdem sie am Vortag gut vier Prozent verloren hatte.
Rahmenverträge mit GE Vernova und Baker Hughes
Das Unternehmen hat Rahmenvereinbarungen mit GE Vernova und Baker Hughes Energy Services geschlossen. Sie umfassen bis zu 16 neue Kraftwerksblöcke mit je 720 Megawatt sowie zugehörige Transformatoren. Die Blöcke bestehen aus Gas-und-Dampf-Turbinen und folgen den Konfigurationen, die Venture Global bereits an seinen LNG-Anlagen nutzt.
Damit ließen sich über die Zeit bis zu zehn Gigawatt Rechenleistung auf Standorten bereitstellen, die dem Konzern gehören oder die er kontrolliert. Die Anlagen hängen nicht am öffentlichen Netz. Das Unternehmen verspricht deshalb keine zusätzlichen Kosten für lokale Verbraucher und keinen Mehrbedarf bei Netz und Wasserversorgung.
Die Vereinbarungen sind ein Rahmen, keine Festbestellung. Venture Global kann Reservierungen für Fertigungskapazitäten abschließen, behält aber Spielraum bei Zeitpunkt und Umfang. Die erste konkrete Bestellung eines Kraftwerksblocks peilt der Konzern bis Ende 2026 an.
Erfahrung aus dem LNG-Geschäft
Die Basis ist vorhanden. Rund 4,5 Gigawatt modulare Gaserzeugung sind bei Venture Global in Betrieb, im Bau oder bestellt. Sie versorgen bislang ausschließlich die eigenen Exportanlagen, abseits des Netzes. CEO Mike Sabel spricht von einem Vorhaben, das "sehr stark Copy-and-paste" dessen sei, was das Unternehmen seit Jahren tue. Er traut dem Konzern zu, binnen weniger Jahre einen der größeren KI-Versorger der USA aufzubauen.
Der Zeitplan ist lang. Erste Stromkapazität könnte um den Jahreswechsel 2028/2029 bereitstehen, die vollen zehn Gigawatt sieht das Unternehmen bis Ende 2034. Das steht unter dem Vorbehalt von Kundenzusagen und Marktnachfrage. Verbindliche Abnehmer nennt der Konzern bislang nicht.
Venture Global liegt mit der Idee im Trend: Nach Daten des Anbieters Cleanview planen die Entwickler von etwa einem Drittel aller geplanten Rechenzentrumskapazitäten eigene Stromerzeugung vor Ort.
LNG bleibt das Kerngeschäft
Das Management betont, mögliche Projekte mit Dritten seien vom LNG-Geschäft getrennt und ergänzend. Bestehende Lieferverträge blieben unberührt. Der langfristige Export von amerikanischem Flüssiggas sei weiterhin das zentrale strategische Ziel.
Regulatorisch beginnt der Weg noch diese Woche: Venture Global will die ersten Genehmigungsanträge einreichen. Vorbörslich notierte die Aktie bei 13,77 Dollar, ein Plus von rund 3,7 Prozent. Die Bestellung des ersten Kraftwerksblocks bis Ende 2026 gilt als erster belastbarer Test, wie ernst das Vorhaben gemeint ist.
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