VanEck Semiconductor ETF: Nvidia-Zahlen nach US-Handelsschluss
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der VanEck Semiconductor UCITS ETF steht am heutigen Mittwoch vor der wohl entscheidendsten Stunde des Börsenmonats: Nach US-Handelsschluss legt Nvidia seine Quartalszahlen vor, und die gesamte Chipbranche hält den Atem an. Der ETF schloss gestern bei 89,49 Euro, ein Plus von 1,7 Prozent – doch die Nervosität im Sektor ist mit Händen zu greifen.
Die Ausgangslage ist gespalten. Auf der einen Seite lieferte Semtech am Dienstag Zahlen, die die Erwartungen klar übertrafen: Der Chiphersteller meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn von 0,71 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 341,9 Millionen Dollar, ein Plus von 32,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Aktie sprang daraufhin um rund 5,5 Prozent nach oben, die Guidance übertraf ebenfalls die Konsensschätzungen. Auch AMD erhielt frischen Rückenwind: Raymond James stufte die Aktie am Dienstag von "Outperform" auf "Strong Buy" hoch.
Nvidia als Nadelöhr für den gesamten Sektor
Auf der anderen Seite steht die Nervosität rund um Nvidia selbst. Der Konsens erwartet für das Berichtsquartal einen Umsatz von rund 92,2 Milliarden Dollar, ein Plus von etwa 97 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie einen Gewinn je Aktie von 2,09 Dollar.
Nvidia hatte in den vergangenen sieben Handelstagen zuvor an Boden verloren, konnte am Dienstag aber wieder um rund 2 Prozent auf 213,05 Dollar zulegen und damit die Verlustserie beenden.
Optionshändler kalkulieren nach den Zahlen mit einer Kursbewegung von rund 5,4 Prozent, deutlich unter dem historischen Durchschnitt von 7,4 Prozent – ein Zeichen, dass der Markt diesmal mit einer moderateren Reaktion rechnet.
Parallel dazu wächst die spekulative Positionierung im Sektor. Südkoreanische Privatanleger kauften zwischen dem 17. und 24. August netto rund 713 Millionen Dollar des dreifach gehebelten Chip-ETFs SOXL – der größte Netto-Kauf einer einzelnen US-Position in diesem Zeitraum überhaupt. Diese Wette auf eine starke Nvidia-Reaktion steht im Kontrast zu warnenden Stimmen aus der Analystenwelt.
Warnsignale trüben die Stimmung
Ein von CNBC zitierter Chip-Analyst warnte am Dienstag, die Halbleitergruppe könne noch einmal um bis zu 10 Prozent fallen. Ein solcher Rückgang würde die relative Bewertung des Sektors gegenüber dem S&P 500 auf ein Niveau drücken, das seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 nicht mehr gesehen wurde.
Goldman-Sachs-Stratege Tony Pasquariello beschrieb zudem einen historischen Gegensatz zwischen Halbleiter- und Software-Aktien: Long-Positionen in Chips und Short-Positionen in Software verhielten sich zuletzt wie ein "fotografisches Negativ" – ein Muster, das laut den Prime-Brokerage-Daten seiner Bank über ein Jahrzehnt hinweg selten so ausgeprägt war.
Auch JPMorgan-Technikstratege Jason Hunter äußerte sich Ende vergangener Woche skeptisch: Die Divergenz zwischen starken KI-Hardware-Werten und schwächelnden Hyperscalern wie Meta oder Microsoft erinnere an die Marktlage kurz vor dem Dotcom-Crash 1999/2000.
Für den VanEck Semiconductor ETF bedeutet das: Der Fonds notiert derzeit rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro und liegt auch unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 96,52 Euro.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 49 Prozent unterstreicht, wie stark die Nervosität vor den Nvidia-Zahlen bereits eingepreist ist. Wie der Fonds aus dem heutigen Handelstag hervorgeht, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Nvidia die hochgesteckten Erwartungen trifft – oder ob sich die Warnungen der Skeptiker bestätigen.
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