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VanEck Semiconductor ETF: Lam Research zündet 18-Prozent-Rally

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 23:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VanEck Semiconductor ETF erholt sich nach massivem Ausverkauf dank starker Zahlen von Microsoft und Lam Research deutlich.

Halbleiter ETF: Volatile Woche endet mit kräftigem Kurssprung
Nahaufnahme von hochmodernen Halbleiter-Wafern in einer automatisierten Produktionsanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Billion Dollar Marktwert verbrannt, dann ein Comeback wie seit April 2025 nicht mehr gesehen. Der VanEck Semiconductor ETF hat eine der wildesten Wochen seit Jahresbeginn hinter sich. Am Ende stand ein Schlusskurs von 538,66 Dollar und ein Plus von 49,58 Prozent seit Jahresbeginn.

Das Fondsvolumen liegt bei 67,68 Milliarden Dollar. Damit gehört der Fonds weiterhin zu den größten Halbleiter-ETFs überhaupt.

Der Absturz: Angst vor dem Ende des KI-Booms

Vor wenigen Tagen sah die Lage noch dramatisch anders aus. AMD verlor rund 110 Milliarden Dollar an Börsenwert, Taiwan Semiconductor Manufacturing sogar 119 Milliarden Dollar. Der gesamte Chipsektor büßte zusammengerechnet mehr als eine Billion Dollar ein.

Morningstar-Chefstratege Michael Field ordnete den Ausverkauf so ein: Der Rückgang sei größtenteils durch Stimmung getrieben, nicht durch Fundamentaldaten. Sein Fazit: schlicht ein Vertrauensverlust.

Besonders hart traf es die Speicherchip-Hersteller. Micron und Seagate verloren mehr als 8 Prozent, Western Digital sackte um fast 7 Prozent ab. Noch schlimmer erwischte es Sandisk mit einem Minus von 14 Prozent, während die US-Aktien von SK Hynix um 9 Prozent fielen.

Forrester-Analyst Charlie Dai brachte die Sorge der Anleger auf den Punkt. Der scharfe Ausverkauf spiegle die Angst wider, dass die Ausgaben für KI-Infrastruktur schneller als erwartet ihren Höhepunkt erreichen könnten.

Die Kehrtwende: Microsoft und Lam Research zünden die Rally

Der Umschwung kam schnell. Am Donnerstag schossen Chipaktien nach starken Geschäftszahlen von Microsoft und Lam Research nach oben.

Lam Research selbst legte um 18 Prozent zu und steuerte auf den besten Handelstag seit 1999 zu. Der Ausrüster für Chipfabriken überzeugte mit starken Zahlen und einem optimistischen Ausblick auf die KI-Nachfrage.

Der Rest des Sektors zog kräftig mit. Applied Materials sprang um 15 Prozent, AMD um 13 Prozent, Intel um 11 Prozent und Marvell Technology um 13 Prozent. Selbst Schwergewicht Nvidia legte um knapp 3 Prozent zu.

Die Speicherchip-Werte drehten ebenfalls komplett. Samsung warnte zwar, die Speicherknappheit könne bis 2028 anhalten. Genau diese Warnung trieb Micron und Sandisk aber um 18 beziehungsweise 26 Prozent nach oben — Anleger werteten die Knappheit offenbar als Preistreiber, nicht als Risiko.

Warum wenige Namen über den ganzen Fonds entscheiden

Die Wucht der Bewegung erklärt sich aus der Portfoliostruktur des ETFs. Nvidia allein macht 21,42 Prozent des Fonds aus, Taiwan Semiconductor Manufacturing kommt auf 9,49 Prozent. Broadcom folgt mit 6,59 Prozent, AMD mit 5,48 Prozent und Micron Technology mit 5,01 Prozent.

Schon kleine Bewegungen bei diesen fünf Werten bestimmen damit die Richtung des gesamten Fonds. Bloomberg-Daten zeigen: Ein vielbeachteter Index der großen Halbleiterkonzerne kletterte so stark wie seit April 2025 nicht mehr.

Institutionelle Anleger sehen Kaufgelegenheit

Nicht jeder deutete den Ausverkauf als Warnsignal. Die Fondsgesellschaft Aberdeen betrachtete die Volatilität als Kaufchance und nicht als fundamentale Verschlechterung. Portfoliomanager Poon erklärte, der Rückgang habe die Bewertungen auf attraktivere Niveaus gebracht — eine Gelegenheit, um bei hochwertigen Unternehmen zu vernünftigeren Preisen zuzukaufen.

JPMorgan-Stratege Nikolaos Panigirtzoglou beobachtete einen ähnlichen Trend beim Schuldenabbau institutioneller Investoren. Der Abbau von Fremdkapital im Tech- und Halbleitersektor, einschließlich Speicherchip-Aktien, sei schneller vorangeschritten als erwartet. Seine Einschätzung: Der Spielraum für weiteren Schuldenabbau ist inzwischen begrenzt. Hedgefonds und andere große Investoren hätten ihre Verkäufe in Tech-, Chip- und Speicherwerten wohl bereits abgeschlossen.

Konkurrenz zieht mit

Der rivalisierende iShares Semiconductor ETF spiegelte die Bewegung fast exakt wider. Am Donnerstag der Rally sprang der Fonds um 8 Prozent nach oben. Beide ETFs setzen auf dieselben KI-nahen Chip-Werte — ihre Kursverläufe bewegen sich deshalb in Phasen extremer Volatilität nahezu im Gleichschritt.

Breiter Markt bleibt stabil

Trotz der Turbulenzen im Chipsektor zeigt sich der breite Markt robust. Rund 72 Prozent der S&P-500-Werte notieren derzeit über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — die stärkste Marktbreite seit Dezember 2024. Der Leitindex selbst hält sich nahe seinen Rekordständen.

Charles-Schwab-Stratege Kevin Gordon ordnete die Chip-Volatilität als Rotation ein, nicht als generelles Warnsignal. Der Markt verhalte sich eher rotierend als korrigierend, so seine Einschätzung.

Für Anleger im VanEck Semiconductor ETF zeigt die Woche beide Seiten der Medaille. Die starke Konzentration auf wenige KI-Schwergewichte treibt den Fonds bei Rallys überproportional nach oben — macht ihn aber genauso anfällig, wenn die Stimmung bei genau diesen Namen kippt.

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