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VanEck Seltene Erden ETF: Trump-Xi-Gipfel am 24. September

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Fonds verliert weiter an Wert, während politische Initiativen und neue Projekte die langfristigen Perspektiven der Branche prägen.

VanEck Seltene Erden ETF: Schwache China-Nachfrage und US-Strategie im Fokus
Nahaufnahme einer Probe seltener Erden auf einer Glasoberfläche in einem modernen Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der VanEck Seltene Erden ETF gerät weiter unter Druck. Der Fonds schloss am Donnerstag bei 11,10 Euro, ein Minus von 0,48 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen türmt sich der Verlust auf 26,37 Prozent – ein Ausverkauf, der den Fonds inzwischen mehr als 40 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Mai entfernt hat. Der Relative-Stärke-Index von 21,9 signalisiert eine deutlich überverkaufte Marktlage, doch das hat die Verkäufer bislang nicht gebremst.

Ausverkauf trifft auf schwache China-Nachfrage

Der Kursrutsch fällt in eine Phase, in der der physische Markt für Seltene Erden in China nach Angaben von Shanghai Metals Market in einer Stallhalte-Situation verharrt. Die Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie bleibt schwach, während Anbieter an ihren Preisen festhalten. Die Produktion von Neodym-Eisen-Bor-Magneten sank im Juli auf 32.017 Tonnen, die Auslastung fiel um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 74,9 Prozent. Hintergrund sind saisonale Werksschließungen wegen der Sommerhitze, die die Motorenfertigung und damit die Magnetnachfrage belasten. Die Preise für Praseodym-Neodym-Oxid bewegten sich zuletzt nur leicht aufwärts, während Dysprosium, Terbium und weitere Schwermetalle stagnierten.

Parallel dazu geriet der größte börsennotierte reine Seltene-Erden-Produzent der Branche, MP Materials, unter Druck. Die Aktie fiel am Donnerstag um 4,3 Prozent. JPMorgan bestätigte zwar die Einstufung Overweight, senkte das Kursziel jedoch von 75 auf 60 Dollar. Deutsche Bank blieb mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 61 Dollar zuversichtlicher. Insider hatten in den vorangegangenen 90 Tagen Aktien im Wert von rund 60 Millionen Dollar verkauft, was zusätzlich Unsicherheit in den Markt trug.

Washington baut Vorräte auf, Peking hält Zusagen offen

Politisch bewegt sich derweil viel in Richtung einer westlichen Antwort auf Chinas Marktmacht. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag eine Anordnung, die dem Handelsministerium erlaubt, Exporte von Industrieabfällen mit verwertbaren kritischen Mineralien einzuschränken – nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ein weiterer Schritt, um heimische Vorräte zu sichern. Zudem wurde im Rahmen des sogenannten „Project Vault“ ein strategisches Mineralien-Vorratsprogramm mit einem Volumen von 12 Milliarden Dollar bekannt, bei dem sich die US-Regierung unter anderem mit 15 Prozent an MP Materials und mit 10 Prozent an USA Rare Earth beteiligt.

Zeitgleich verhandelt Washington mit Peking über die Einhaltung bestehender Zusagen. Finanzminister Scott Bessent besprach am Donnerstag mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng die Erfüllung chinesischer Verpflichtungen zu Seltenen Erden und Agrarprodukten, wie das Nachrichtenportal The Epoch Times berichtete. China hatte demnach zugesagt, seine Exportkontrollen für Seltene Erden zurückzufahren, doch der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer bemängelte, der tatsächliche Mineralienfluss reiche bislang nicht aus. Ein Gipfeltreffen zwischen Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping wird für den 24. September erwartet.

Neue Projekte als langfristige Gegenbewegung

Abseits der kurzfristigen Volatilität mehren sich Projektfortschritte außerhalb Chinas. St George Mining meldete am Freitag starke Bohrergebnisse vom Araxá-Projekt in Brasilien, darunter einen Abschnitt von 207 Metern mit 2,60 Prozent Gesamtseltenerdoxiden direkt ab der Oberfläche. Das Unternehmen hat Worley mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt und plant für das dritte Quartal ein aktualisiertes Ressourcen-Update. In Australien legte Meteoric Resources eine finale Machbarkeitsstudie für das Caldeira-Projekt vor, die bei aktuellen Preisen einen Kapitalwert von 847 Millionen Dollar und eine interne Verzinsung von 24 Prozent ausweist – bei prognostizierten Preisen sogar 2,721 Milliarden Dollar. Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. In den USA erhielt zudem das Unternehmen REalloys vom US-Heer einen Auftrag zum Aufbau einer Verarbeitungsanlage für Dysprosium und Terbium im Wert von 130 Millionen Dollar.

Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig drückt die schwache chinesische Nachfrage zusammen mit gesenkten Kurszielen für Schlüsselwerte wie MP Materials auf die Stimmung. Mittelfristig könnten die milliardenschweren staatlichen Förderprogramme in den USA und neue Minenprojekte in Brasilien und Australien jedoch die Angebotsbasis außerhalb Chinas verbreitern – ein Faktor, der die Branche über den aktuellen Ausverkauf hinaus prägen dürfte.

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