VanEck Seltene Erden ETF: Sektor-Rally mit zweistelligen Zuwächsen am Mittwoch
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwischen den Preisen für Seltene Erden und den Kursen der Minenbetreiber klafft derzeit eine ungewöhnlich breite Lücke. Während physische Lieferungen knapp und Spotpreise hoch bleiben, notieren viele Bergbauaktien nahe ihren 52-Wochen-Tiefs. Diese Divergenz treibt aktuell die Diskussion um den VanEck Seltene Erden ETF.
Der Fonds, der unter anderem SQM, Albemarle, MP Materials, China Northern Rare Earth und Almonty Industries hält, notiert deutlich unter seinen früheren Höchstständen. Am Dienstag legte der ETF im frühen Handel bereits rund 4 Prozent zu – Analysten werteten das als mögliche technische Gegenbewegung nach dem langen Ausverkauf.
Am Mittwoch setzte sich die Erholung im breiteren Sektor fort: Werte wie USA Rare Earth, Critical Metals und TMC legten teils zweistellig zu.
Ein einzelner Auslöser für die Bewegung war nicht erkennbar – vielmehr handelte es sich um eine branchenweite Rally, getragen von mehreren Werten gleichzeitig.
Chinas Exportpolitik bleibt Unsicherheitsfaktor
Im Hintergrund wirkt weiterhin die restriktive chinesische Exportpolitik bei Seltenen Erden. Chinas weltweite Exporte lagen im September laut einem Bericht weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Einführung der Kontrollen, auch wenn die Lieferungen in die USA im selben Monat anzogen.
Ob sich dieser Anstieg fortsetzt, blieb in dem Bericht offen. Für Anleger im Sektor bedeutet das: Die Angebotslage bleibt fragil, während die politische Großwetterlage zwischen Peking und Washington weiterhin über Preisschwankungen bei den Rohstoffen entscheidet.
Diese Gemengelage erklärt auch, warum Minenaktien trotz robuster Spotpreise so schwach laufen. Investoren preisen offenbar politisches Risiko und mögliche weitere Exportbeschränkungen stärker ein als die aktuelle Preissituation am Rohstoffmarkt selbst.
Kursniveau spiegelt die Unsicherheit
Der VanEck Seltene Erden ETF notiert aktuell bei 9,56 Euro und damit rund 49 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, das im Mai markiert wurde. Zugleich liegt der Kurs nur noch etwa 7,3 Prozent über seinem jüngsten 52-Wochen-Tief. Der Fonds bewegt sich damit in einer Zone, in der viele Marktteilnehmer über eine mögliche Bodenbildung diskutieren – endgültige Signale dafür liefert die aktuelle Datenlage jedoch nicht.
Für Anleger bleibt der Fonds damit ein Vehikel mit hohem Hebel auf die Entwicklung der Seltene-Erden-Branche: Steigende Spotpreise und eine Entspannung der Exportlage könnten die Kurslücke zu den Rohstoffpreisen schließen. Bleibt die politische Unsicherheit bestehen, dürfte die Volatilität in der Branche jedoch anhalten.
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