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VanEck Seltene Erden ETF: Handelsfrieden bis 10. Januar 2027

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höhere Oxidpreise treffen auf sinkende Branchenkurse; der VanEck-ETF liegt seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent im Minus.

Seltene Erden: Oxidpreise steigen, Bergbauaktien und ETF verlieren
Nahaufnahme von bearbeiteten Seltenerdmineralien auf einem Labortisch in einer Industrieanlage. Illustration mit AI erstellt.

Anleger im Bereich der strategischen Metalle sehen sich derzeit mit einer ungewöhnlichen Marktsituation konfrontiert. Während die Preise für die physischen Rohstoffe im September deutlich anzogen, gerieten die Notierungen der Förderunternehmen und der VanEck Seltene Erden ETF unter Druck.

Diese Divergenz zwischen der Preisentwicklung der Rohmaterialien und der Bewertung der Eigenkapitalinstrumente markiert den Abschluss eines volatilen Monats für das Segment.

Steigende Oxid-Preise durch Verknappung und US-Bevorratung

Wie S&P Global berichtet, verzeichneten die Preise für mehrere Seltene-Erden-Oxide auf dem nordamerikanischen Markt im September einen kräftigen Anstieg. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch zwei Faktoren getrieben: Zum einen sorgt ein verknapptes Exportangebot aus China für einen Angebotsüberhang auf der Nachfrageseite.

Zum anderen forcieren die USA derzeit ihre strategische Bevorratung. Hintergrund sind bevorstehende Verschärfungen bei den Beschaffungsrichtlinien für den Verteidigungssektor.

Diese physische Knappheit spiegelt sich jedoch bisher nicht in den Kursen der Branchenvertreter wider. Experten beobachten eine zunehmende Entkoppelung, da die operativen Kosten und geopolitische Unsicherheiten die positiven Effekte der höheren Rohstoffpreise bei den Bergbauunternehmen überlagern.

Der VanEck Seltene Erden ETF, der als thesaurierendes Instrument konzipiert ist und Erträge direkt reinvestiert, notierte am Freitag zum Handelsschluss bei 11,00 Euro.

Handelsruhe belastet Marktstimmung der Bergbauwerte

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Stimmung im Sektor war die jüngste politische Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Laut Medienberichten, die sich auf Angaben von Reuters stützen, haben beide Nationen ihren Handelsfrieden bis zum 10. Januar 2027 verlängert.

Was auf politischer Ebene als Deeskalation gewertet wird, entzog dem Markt für Seltene Erden kurzfristig spekulative Impulse, die zuvor auf einer unmittelbaren Verschärfung der Lieferengpässe basierten.

In der Folge gaben die Kurse bedeutender Branchengrößen am Donnerstag der Vorwoche nach. Shenghe Resources verzeichnete ein Minus von 2,1 Prozent, während die Papiere von Lynas Rare Earths um 2 Prozent fielen.

Auch chinesische Unternehmen wie China Rare Earth Nonferrous Metals und China Northern Rare Earth Hi-Tech mussten Verluste von jeweils 1,1 Prozent hinnehmen. Die Verlängerung des Stillhalteabkommens hat die kurzfristige Ungewissheit über die Versorgung mit kritischen Mineralien gemindert, was paradoxerweise den Verkaufsdruck auf die Aktien der Produzenten erhöhte.

Langfristiger Abwärtstrend setzt sich fort

Trotz der Erholung der Oxid-Preise bleibt das charttechnische Bild des Sektors angeschlagen. Seit Jahresbeginn hat der VanEck Seltene Erden ETF rund 12 Prozent an Wert verloren. Besonders deutlich wird die Korrektur im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch, von dem das Papier aktuell 41 Prozent entfernt ist.

Die Marktteilnehmer reagieren empfindlich auf die geopolitischen Rahmenbedingungen, wobei die fundamentale Stärke der Rohstoffpreise derzeit nicht ausreicht, um den Abwärtstrend bei den Bergbauaktien nachhaltig zu brechen.

Für Investoren bleibt die Entwicklung bis zum Januar 2027 entscheidend, wenn die aktuelle Frist des Handelsabkommens ausläuft. Bis dahin dürften die US-Lagerkäufe und die chinesische Exportpolitik die primären Taktgeber für die physischen Märkte bleiben, während die Aktienkurse weiterhin von der allgemeinen Risikoaversion gegenüber dem Sektor geprägt sind.

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