Valneva, Aktie

Valneva Aktie: 28 Prozent Plus in 30 Tagen

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Valneva veräußert den Standort Nantes für 6,2 Millionen Euro, bestätigt seine Umsatzprognose und setzt auf den Lyme-Impfstoff als Wachstumstreiber.

Valneva verkauft Nantes-Werk trotz höherem Halbjahresverlust
Abstrakte Darstellung der Biotechnologiebranche mit leuchtenden Labor-Elementen und positiver Marktstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Valneva zieht einen Schlussstrich unter den eigenen Produktionsstandort in Nantes. Das Unternehmen einigte sich mit der Kommune Nantes Métropole auf den Verkauf des dortigen Werks für 6,2 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion ist für September vorgesehen. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Impfstoffhersteller mit steigenden Verlusten kämpft, an seiner Jahresprognose aber festhält.

Höherer Verlust, aber bestätigte Umsatzziele

Für das erste Halbjahr 2026 meldete Valneva einen Gesamtumsatz von 65,8 Millionen Euro, deutlich weniger als die 97,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Produktumsätze fielen von 91,0 auf 64,0 Millionen Euro.

Unter dem Strich weitete sich der Nettoverlust auf 63,3 Millionen Euro aus, nach 20,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Der operative Verlust auf Adjusted-EBITDA-Basis stieg auf 40,1 Millionen Euro.

Einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung trägt der Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ: Rund die Hälfte des operativen Verlusts im ersten Halbjahr entfiel laut Unternehmensangaben auf dieses Produkt, belastet durch 9,7 Millionen Euro an Vertragsstrafen für gekündigte Fertigungsverträge sowie 4,5 Millionen Euro an Bestandsabschreibungen.

Trotz dieser Belastungen bekräftigte das Management seine Jahresprognose: Für 2026 erwartet Valneva weiterhin Produktumsätze zwischen 135 und 150 Millionen Euro und einen Gesamtumsatz von 145 bis 160 Millionen Euro.

Der Verkauf des Nantes-Standorts passt in dieses Bild eines Unternehmens, das seine Kostenbasis strafft, ohne von den Wachstumszielen abzuweichen. Die liquiden Mittel lagen zum 30. Juni bei 121,5 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber den 109,6 Millionen Euro zum Jahresende 2025.

Lyme-Impfstoff bleibt der zentrale Werttreiber

Während das laufende Geschäft belastet, richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf die Impfstoffpipeline. Anfang des Monats hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA den Zulassungsantrag für den gemeinsam mit Pfizer entwickelten Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten PF-07307405 validiert und damit die formale Prüfung eingeleitet. Pfizer plant zudem, in der zweiten Jahreshälfte einen Zulassungsantrag bei der US-Behörde FDA einzureichen.

Die Analysten von Stifel bekräftigten Mitte August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 7,50 Euro und nannten das Lyme-Programm explizit als den zentralen Werttreiber für das Unternehmen – trotz des größer als erwarteten Halbjahresverlusts.

First Berlin Equity Research äußerte sich verhaltener: Analyst Simon Scholes senkte sein Kursziel von 4,50 auf 4,40 Euro, beließ die Einstufung aber bei "Kaufen". Begründet wurde die Reduktion mit niedrigeren Gewinnschätzungen für 2026, da der Bruttogewinn im zweiten Quartal unter den Erwartungen lag und die proforma Nettoverschuldung zunahm.

Auch außerhalb Europas kommt Bewegung in die Pipeline: Der brasilianische Partner Instituto Butantan erhielt die Zulassung für eine lokal produzierte Chikungunya-Vakzine, mehr als 50.000 Menschen wurden bereits im Rahmen einer Pilotkampagne geimpft.

Für das dritte Quartal erwartet Valneva zudem einen neuen Lieferauftrag des US-Verteidigungsministeriums für den Japanische-Enzephalitis-Impfstoff IXIARO sowie Phase-2-Daten für den Shigella-Kandidaten S4V2.

Kurs bleibt volatil

Die Valneva-Aktie notiert aktuell bei 2,82 Euro und büßte im heutigen Handel 1,3 Prozent ein. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 28 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn um 24 Prozent nachgegeben hat.

Die Kursspanne zwischen dem 52-Wochen-Tief von 2,03 Euro und dem Hoch von 5,34 Euro zeigt, wie stark das Papier zwischen Zulassungsfantasie und operativer Realität schwankt.

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