Valmet, Oyj

Valmet Oyj Aktie: Aufträge treiben Rally

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 10:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr Aufträge und höherer Cashflow treffen auf ein gesunkenes Ergebnis je Aktie; die Prüfung einer möglichen Aufspaltung läuft weiter.
Valmet, Oyj, Aktie, Aufträge, Rally, Cashflow, Ergebnis, Aktie;, Prüfung, Aufspaltung Illustration mit AI erstellt.

Valmet überzeugt mit einem starken Auftragseingang im dritten Quartal. Die Aktie legte nach den Zahlen zeitweise knapp sieben Prozent zu. Dabei fällt das Bild beim Gewinn je Aktie gemischt aus, und im Hintergrund läuft die Prüfung einer möglichen Aufspaltung.

Aufträge und Ergebnis

Der Auftragseingang stieg um 30 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro, organisch um 25 Prozent. Treiber waren das Servicegeschäft mit Zellstoffkunden und große Projekte in China und Asien-Pazifik. Allein die Serviceaufträge wuchsen organisch um 12 Prozent, nachdem sie in den ersten beiden Quartalen gesunken waren. Der Konzern wertet das als breit angelegte Erholung.

Das vergleichbare EBITA kletterte um sechs Prozent auf 169 Millionen Euro, ein Rekord für ein drittes Quartal. Die Marge lag bei 12,4 Prozent. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 1,36 Milliarden Euro, organisch jedoch nur um ein Prozent. Den Zuwachs stützte vor allem die Übernahme von Severn, die seit Juli konsolidiert wird und nun Engineered Severe Service heißt.

Der freie Cashflow sprang auf 183 Millionen Euro, nach 70 Millionen im Vorjahresquartal.

Schwächen unter der Oberfläche

Beim Ergebnis je Aktie fällt das Bild schwächer aus. Es sank auf 0,38 Euro, nach 0,46 Euro im Vorjahr. Geringeres operatives Ergebnis und höhere Finanzierungskosten drückten. Die Nettoverschuldung stieg durch die Severn-Übernahme auf 1,2 Milliarden Euro, die Verschuldungsquote auf 47 Prozent. Das Unternehmensziel liegt bei maximal 50 Prozent.

Die Prognose für 2026 bleibt unverändert. Der Umsatz soll auf Vorjahresniveau liegen, das vergleichbare EBITA auf oder über 620 Millionen Euro. Das Management betont, dass das vierte Quartal wichtig bleibt. Zudem warnt es davor, die starken Servicezahlen einfach fortzuschreiben. Geopolitische Spannungen, vor allem im Nahen Osten, verzögern Kundenentscheidungen und belasten Teile des Geschäfts mit Durchflusstechnik und Analytik.

Aufspaltung und neue Zukäufe

Die im Juli angekündigte strategische Prüfung läuft nach Plan. Es geht um eine mögliche Trennung der Bereiche Biomaterial Solutions and Services und Process Performance Solutions in zwei börsennotierte Unternehmen.

Eine Entscheidung ist nicht gefallen. Im vierten Quartal startet Valmet jedoch Maßnahmen für mehr Eigenständigkeit der Segmente, Kosten: rund 10 Millionen Euro. Auf die Frage nach Interessenten für Einheiten wollte der Vorstand keine Auskunft geben.

Ein weiterer Baustein ist die gestern unterzeichnete Übernahme eines Anbieters von Produktionsleitsystemen mit rund 32 Millionen Euro Jahresumsatz. Der Abschluss ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Valmet will damit sein Automatisierungsangebot stärken.

Ein Update zur Aufspaltung kommt spätestens mit den Jahreszahlen am 4. Februar 2027. Dann legt der Konzern auch die Prognose für 2027 vor.

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