Upwork, Aktie

Upwork Aktie: Neuer CFO, neue Zukäufe

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 01:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im dritten Quartal stiegen Gewinn und KI-Freelancer-Volumen; für das Schlussquartal plant Upwork niedrigere Umsatz- und EBITDA-Werte.
Abstrakte Darstellung eines modernen Konferenzraums als Symbol für strategisches Unternehmenswachstum und Führung. Illustration mit AI erstellt.

Upwork wechselt die Finanzchefin aus, kauft in Berlin zu und startet ein Instant-Hiring-Feature. Zum dritten Quartal 2026 liefert das Unternehmen solide Zahlen, die Prognose für das Schlussquartal fällt allerdings vorsichtig aus.

Quartal mit Gewinnplus

Der Umsatz lag bei 185,6 Millionen Dollar. Der Nettogewinn stieg um 8 Prozent auf 31,8 Millionen Dollar, das Ergebnis je Aktie erreichte 0,25 Dollar nach 0,21 Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA kletterte um 7 Prozent auf 63,8 Millionen Dollar, die Marge betrug 34,4 Prozent.

Weniger erfreulich fällt der Cashflow aus. Der freie Cashflow sank auf 53,9 Millionen Dollar, nach 69,4 Millionen Dollar im dritten Quartal 2025. Das Bruttodienstleistungsvolumen belief sich auf 914,1 Millionen Dollar bei 717.000 aktiven Kunden. Pro Kunde stieg es um 8 Prozent.

Dynamisch entwickeln sich die Wachstumsfelder. Das Volumen mit KI-Freelancern legte um 55 Prozent zu, die Hochrechnung liegt bei knapp 450 Millionen Dollar im Jahr. Das Angebot Business Plus für kleinere Unternehmen verzeichnete ein Plus von 132 Prozent im Jahresvergleich.

Zukauf in Berlin, Wechsel an der Finanzspitze

Die Enterprise-Tochter Lifted übernimmt WorkMotion, einen Berliner Anbieter von Employer-of-Record-Diensten. Das Unternehmen beschäftigt Freelancer in mehr als 30 Ländern direkt. Upwork will damit die Abhängigkeit von externen EOR-Partnern verringern und Preise sowie Abläufe für globale Kunden vereinheitlichen. Einen Kaufpreis nennt das Unternehmen nicht.

Parallel dazu tritt CFO Erica Gessert zum 1. Januar 2027 zurück und bleibt einige Monate beratend an Bord. Nachfolger wird Peter Sanborn, bisher Chief Business Officer. Er hat die Gründung von Lifted und mehrere Partnerschaften mitgeprägt.

Upwork Now und der KI-Hebel

Zudem startet Upwork die öffentliche Beta von Upwork Now. Kunden sehen damit Freelancer, die online und sofort verfügbar sind, und können binnen Minuten einstellen. In Tests Anfang Oktober dauerte das typischerweise unter 30 Minuten.

Das Feature läuft auch über den MCP-Server, der KI-Agenten Zugang zum Marktplatz gibt. Dessen wöchentliche Nutzerzahl hat sich seit dem Start im August laut Unternehmen verzwanzigfacht, die Agenten stellten fast 50 Millionen Anfragen. Das bringt bislang erst gut 3 Millionen Dollar annualisierte Erlöse.

Vorsichtiger Ausblick

Für das vierte Quartal peilt Upwork einen Umsatz von 169 bis 177 Millionen Dollar an, das bereinigte EBITDA soll bei 51 bis 55 Millionen Dollar liegen. Das liegt klar unter dem Niveau des dritten Quartals. Für das Gesamtjahr erwartet das Management 742 bis 750 Millionen Dollar Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,45 bis 1,47 Dollar.

Heute um 23 Uhr deutscher Zeit stellt sich das Management in der Telefonkonferenz den Fragen zu Prognose, WorkMotion und CFO-Wechsel.

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