UPM-Kymmene, WISA-Listing

UPM-Kymmene: WISA-Listing am 2. November

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 12:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UPM-Kymmene erhält grünes Licht für WISA-Abspaltung und Börsengang im November. Analysten sehen jedoch Risiken durch Überangebot im Zellstoffmarkt.

UPM-Kymmene: WISA-Abspaltung schreitet voran, Analysten bleiben skeptisch
Hochwertige Holzplatten in einem minimalistischen, architektonischen Umfeld mit natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der finnische Forstkonzern UPM-Kymmene hat eine wesentliche regulatorische Hürde für die geplante Ausgliederung seines Sperrholzgeschäfts genommen. Am Montag bestätigte die finnische Finanzaufsichtsbehörde den Nachtrag zum Börsenprospekt der künftigen WISA Group Plc. Damit ist der Weg frei für den Abschluss der Aufspaltung am 31. Oktober und das anschließende Listing an der Nasdaq Helsinki, das für den 2. November vorgesehen ist.

Behörden ebnen Weg für WISA-Börsengang

Mit der Genehmigung des Prospektnachtrags wurden auch die ungeprüften Carve-out-Finanzdaten sowie die Pro-forma-Informationen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Diese Zahlen geben Anlegern einen detaillierten Einblick in die operative Verfassung der Sparte vor der Eigenständigkeit.

Ein entscheidender Termin im Prozess ist der 31. August, an dem eine außerordentliche Hauptversammlung den offiziellen Demerger-Plan und die Trennung der Sperrholzaktivitäten förmlich beschließen soll.

Parallel zur strukturellen Trennung wurde bereits die künftige Führungsebene der WISA Group benannt. Tuija Suur-Hamari wird mit dem rechtlichen Vollzug der Abspaltung den Posten der Vorstandsvorsitzenden (CEO) übernehmen. Das neue Führungsteam setzt sich aus erfahrenen Kräften zusammen, die ihre aktuellen Rollen bei UPM-Kymmene noch bis zum Stichtag Ende Oktober weiterführen. Die strategische Trennung soll es beiden Unternehmen ermöglichen, sich fokussierter auf ihre jeweiligen Kernmärkte zu konzentrieren.

Analysten skeptisch gegenüber Zellstoffmarkt

Trotz der Fortschritte beim Konzernumbau trübt sich die Stimmung unter den Marktbeobachtern ein. Am 8. August stufte das Analysehaus Barclays die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab und senkte das Kursziel deutlich von 24,00 auf 21,00 Euro.

Die Analysten begründeten diesen Schritt mit einem erwarteten Druck durch neue Zellstoffkapazitäten, die in den kommenden 18 Monaten auf den Markt drängen dürften. Dies könnte zu strukturell niedrigeren Zellstoffpreisen führen.

Laut Barclays sei das Potenzial in den Bereichen Energie, Biokraftstoffe und Biochemikalien bereits weitgehend im aktuellen Kurs reflektiert. Ohne eine nachhaltige Erholung der Zellstoffpreise sehen die Experten Abwärtsrisiken für den Wert.

Bereits am 15. Juli hatte JPMorgan die Einstufung auf „Underweight“ belassen und das Kursziel leicht auf 19,20 Euro angepasst. Das Marktumfeld bleibt somit von der Sorge geprägt, dass das Überangebot im Zellstoffsektor die Margen des Gesamtkonzerns belasten könnte.

Strategische Neuausrichtung und Sappi-Joint-Venture

Neben der WISA-Abspaltung treibt UPM-Kymmene weitere Portfoliomaßnahmen voran. Das geplante Joint Venture im Bereich grafische Papiere mit dem Konkurrenten Sappi befindet sich derzeit in einer intensiven Prüfungsphase durch die EU-Wettbewerbshüter.

Medienberichten zufolge ist das Verfahren in der sogenannten Phase II, mit einer endgültigen Entscheidung der Behörden wird bis zum Ende des Jahres 2026 gerechnet. Auch Genehmigungen aus den USA und China stehen noch aus.

Das Vorhaben sieht vor, dass UPM einen Barbetrag von 613 Millionen Euro sowie eine Beteiligung von 50 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen erhält. Der Gesamtwert der Transaktion wird auf rund 1,42 Milliarden Euro taxiert. Diese Maßnahme ist Teil der Bemühungen, das Engagement in rückläufigen Papiermärkten zu optimieren und Kapital für wachstumsstärkere Segmente freizusetzen.

An der Börse notiert das Papier heute bei 23,67 Euro, was einem leichten Plus von 0,7 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn hat der Titel damit 4,8 Prozent an Wert verloren. Die Aktie notiert aktuell rund 15 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 27,83 Euro, das im Februar erreicht worden war. Anleger richten ihr Augenmerk nun verstärkt auf die Hauptversammlung Ende des Monats, die den rechtlichen Rahmen für die Aufspaltung finalisieren soll.

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